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Posts mit dem Label "Kollegen" werden angezeigt.

Meeting-Dependenz

B hat eine halbe Stelle. Sie kommt um 8h und geht um 12h. Ihre Arbeitszeit ist knapp bemessen. Trotzdem bemüht sie sich, auf alle Meetings zu gehen, auch zu Themen, bei denen ihre Anwesenheit nicht vorausgesetzt wird und die sie nur periphär betreffen. Sie verschiebt sogar ihre normalen Arbeitszeiten, um ein unwichtiges Meeting am Nachmittag zu besuchen. In den Meetings selbst ist B inaktiv. Man könnte fast vergessen, dass sie überhaupt da ist. Und genau das geschieht sogar: Man wartet nicht auf sie. Weil man sich nicht sicher ist, ob und wann sie überhaupt kommt. Und weil man nicht auf ihren Input angewiesen ist; sie sagt ja so selten was. In solchen Situation fühlt B sich äußerst brüskiert und beschwert sich bei ihrem Vorgesetzten. Ebenfalls sehr empfindlich reagiert sie, wenn sie erst gar nicht eingeladen wird... B ist meeting-dependent. Meeting-Dependenz äußert sich in verschiedenen Verhaltensweisen, die am obigen Beispiel deutlich werden: B versucht an jedem Meeting teilzuneh...

Vermeidung von "Kommunikation"

Eine Bekannte erzählte mir dieses Wochenende von einem Problem. Sie sitzt an ihrer Promotion und zwei Kollegen plus Professor sind an ihrem Projekt beteiligt. Die Auswertung ihrer Daten ist nicht trivial. Ihre Kollegen und ihr Professor sind hierbei nur bedingt von Hilfe. Diese Woche hat sie auf einem internen Vortrag einen Mitarbeiter eines anderen Lehrstuhls gefunden, der ähnliche Experimente bereits durchgeführt und ausgewertet hat. Sie bat ihn um Hilfe. Wie das in der Wissenschaft so ist, impliziert "Hilfe" Autorenschaft. In diesem Fall kann diese Implikation durchaus angemessen sein, nämlich dann wenn der Kollege einen signifikanten Beitrag leisten kann. Ihre Befürchtung ist nun, dass ihre Kollegen sich dagegen sperren, einen neuen Autor mit ins Boot zu holen. Prozessual kann man ihr vorwerfen, die Einladung ausgesprochen zu haben, bevor sie sich mit ihren Kollegen abgesprochen hat. Inhaltlich wird ihr mindestens ein Kollege vorwerfen, dass er das ja genau so gut beherrs...

Der Preis von Gold

Eine Theorie, die ich in vielen Jahren Arbeit gelernt und getestet habe, ist folgende: Wenn man von einem Kollegen nicht sagen kann, womit er sich gerade beschäftigt, ist er unterbeschäftigt. Der Weg zu dieser Theorie begann in meiner Ausbildung. In meiner Ausbildung durchlief ich einige Abteilungen, in denen ich zu wenig Arbeit für acht Stunden hatte. Andere Abteilungen waren so nett, mir Pseudoaufgaben zu übertragen. Ich schrieb Anfrangen oder machte Angebote, die ohnehin nichts werden würden. Das Glanzbeispiel war, als eine Kollegin mich bat, den Preis für Gold zu ermitteln. Am Anfang meiner Ausbildung wollte ich mich beweisen und war dementsprechend unruhig. Wie in jedem Praktikumsratgeber empfohlen, bot ich mich an, stellte Fragen ... und ging damit allen auf den Sack. Mein Fehler war zu glauben, daß ich keine Arbeit hatte, weil meine Ausbilder mich nicht berücksichtigten. Tatsächlich war es so, daß auch meine Ausbilder für sich nicht genug Arbeit hatten; eine Situation, die durch...