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Posts mit dem Label "Rente" werden angezeigt.

Die Zeugen Jehovas vom Spiegel

Mein Onkel hat vor langer Zeit mal festgestellt, dass der Spiegel in regelmäßigen Abständen alte Textbausteine wieder neu zusammensetzt und daraus einen neue Story gießt. Mehrwert null, dafür leicht (billig) herzustellen. Prominentestes Beispiel sind unzählige Geschichten über den Zweiten Weltkrieg und Hitler Deutschland, für die es unzählige Coverstories gab (..., 45/2008, 21/2009, 35/2009). Don't talk about the war . Meinen Onkel hingegen störten insbesondere die wiederkehrenden Wissenschaftsartikel zur Evolution und zur Menschheitsgeschichte. Im Wirtschafts- und Politikressort findet sich diese Masche ebenfalls. Wenn es nach dem Spiegel (und anderen Meinungsführern) ginge, hätte in Deutschland schon lange die wirtschaftliche Apokalypse eintreten müssen. Und genau wie die Zeugen Jehovas nach der "verpassten" Apokalypse 1914 , sind weder unser heutiger Wohlstand im Allgemeinen noch die guten Zahlen zum Wirtschaftswachstum 2010 im Speziellen ein Grund für die Spiegel...

Prozesslösungen für den Finanzmarkt reichen nicht

Momentan werden viele Ideen gefloatet , was zu tun ist, um das Entstehen einer weiteren Banken-Blase zu verhindern: eine neue Bankenabgabe , eine Transaktionssteuer , eine Bonussteuer , schärfere Regulierung oder mehr Eigenkapital . Den Blick nach Griechenland oder auf den Markt für amerikanische Gewerbeimmobilien gerichtet, muss ich sagen: Wahrscheinlich ist es dafür bereits zu spät. Mehr Eigenkapital, weniger Derivate, oder höhere Abgaben, das sind alles gute Ideen, die ich unterstütze. Sie haben nur den Nachteil, dass es sich um Prozesslösungen handelt: Wie verändere ich den Finanzmarktprozess, so dass die kritischen Auswüchse ausbleiben. Die Ursachen für die Auswüchse werden durch eine Prozesslösung nicht adressiert. Es ist zu erwarten, dass die Finanzmarkt-Akteure auf Prozessänderungen reagieren, indem sie neue Schlupflöcher suchen und finden. Ihre Ziele bleiben ja unverändert: schnell viel Geld zu verdienen. Scheiß aufs Risiko und die langfristigen Folgen für die Allgemeinheit...

Bob, Bruce und Blüm

Vor einigen Tagen habe ich auf Phönix eine sehr gute Reportage zur Rente geguckt: Rentenangst . Sie wird am 12. April noch mal wiederholt, auf dem äußerst attraktiven Sendeplatz um 14.45h. Ich selbst habe sie irgendwann nach 22h gesehen, ein ebenso attraktiver Sendeplatz. Kleine Randnotiz: Für solche, den Bürger bildenden Reportagen zahlt man GEZ. Nur laufen die Reportagen dann irgendwo versteckt, außerhalb der Hauptsendezeit, auf einem Spartensender mit 1% Reichweite . Immerhin hat Phönix einen sehr guten Ruf . Norbert Blüm wurde als Teil der Sendung interviewt. Und wer einen greisen Spinner erwartet hatte, wurde enttäuscht. Tatsächlich konnte Norbert Blüm seine Position ( Die Rente ist sicher ) sehr gut darstellen. Ich verstehe (und teile) Norbert Blüms Position -- anders als damals im Politikunterricht im Abitur. So ist das mit dem älter werden: Früher konnte mir mein Vater, der Spinner, mit seinen alten Platten sonst wo bleiben. Heute höre ich mehr Bob Dylan und Bruce...

Die Rente und der Aktienboom

Wer dieser Tage die Finanznachrichten verfolgt, sieht die Börsen steigen und steigen. Wer aufmerksam mitließt, findet dort Kommentare wie diesen: "Pension funds need yield so they are buying up stocks [...] ." [ Pension Pulse ] Was steckt hinter dieser Aussage? Ich hatte letzte Woche versucht zu zeigen, dass man mit 5% Rendite bei 2% Inflation nicht weit kommt. Selbst um eine Zusatzrente ab 67 zu erhalten, deren zukünftiger Wert 400€ heutigen Geldes entspricht, muss man große Sparanstrengungen unternehmen ( s. Post  Die 400€ Zusatzrente ). Das wissen auch professionelle Vermögensverwalter. Die Lösung: Aktien . Nur mit Aktien ist eine Lebensversicherung in der Lage, die allseits erwarteten Überschussbeteiligungen zu erwirtschaften. Was in Deutschland die Überschussbeteiligung ist, sind in den USA underfunded pension funds . D.h., dass die Zusagen der Fonds (noch) nicht durch Vermögen gedeckt sind. Zu einem gewissen Anteil ist das normal (Zinseszinsmagie). Wenn aber Ren...

Die 400€ Zusatzrente

Auf den ersten Blick erscheint eine Zusatzrente von 400€ als wenig. Wenn man unterstellt, dass die laufenden Kosten (Wohnung, Nahrungsmittel, Versicherungen, ...) durch die gesetzliche Rente bzw. Vermögen (das eigene Haus) abgedeckt sind, dann können 400€ ein wesentlicher Beitrag zur eigenen Lebensqualität sein. Man kann jede Woche Essen gehen (50€), zwei Mal im Jahr Urlaub machen (2000€) oder tolle Geschenke für die Enkel kaufen (100€). Die Frage ist nun, wieviel man bis zum Renteneintritt sparen muss, um so eine Zusatzrente zu erzielen. Ich möchte an dieser Stelle drei mögliche Lösungen präsentieren: 330 T€. 165 T€. 71 T€. Es wird eine durchschnittliche Inflation von 2% unterstellt und ein risikofreier Zins von 5%. Der Renteneintritt liegt 37 Jahre in der Zukunft und in der Rente wird eine Lebenserwartung von 20 Jahren unterstellt. Alle Werte sind gerundet.

Rente, Renteneintrittsalter und Regelaltersgrenze

Die Bundesbank hat dieser Tage die Rente ab 69 gefordert. Wolfgang Clement übertrifft diese Forderung sogar, indem er sich für eine Abschaffung des Renteneintrittsalter einsetzt. Was Clement fordert, ist unmöglich, so lange wir in diesem Staat Rente an unsere Rentner zahlen. Das Renteneintrittsalter ist " eine statistische Rechengröße, die Auskunft darüber gibt, mit welchem Altersdurchschnitt Personen eine Rente der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) in Anspruch nehmen " [ wikipedia ]. Den Altersdurchschnitt kann man nicht abschaffen. Clement meinte wohl die Regelaltersgrenze , also wann man ohne Abschläge auf die Rente Rentner werden kann. Aktuell sind das 65 Jahre. Die Regelaltersgrenze ist in vielen Arbeitsverträgen von Bedeutung. Sie enthalten einen Passus , dass das Arbeitsverhältnis automatisch endet, sobald der Mitarbeiter die Regelaltersgrenze erreicht. An sich gibt es nämlich keinen Zwang, mit 65 in Rente zu gehen (für mich 67). Dies haben sich einige Mita...

Der große Rentenspuk

Ich hatte schon lange vor, einen Post zum Thema Rente und Altersvorsorge zu schreiben. Mir fehlte immer der Aufhänger. Die aktuellen Schlagzeilen bieten endlich genug Gründe , um ans Werk zu gehen. Jemand, der sich mit dem Thema Altersvorsorge und Rente beschäftigt, findet reihenweise Gründe, Angst zu bekommen: den umgedrehten Tannenbaum , die Rentenlücke , das Mißverhältnis zwischen Rentern und Beitragszahlern, die immer steigende Lebenserwartung... Wenn man den Aussagen der Finanzdienstleistern vertrauen darf, droht uns allen die Altersarmut (Hartz IV für Alte), wenn wir uns nur auf die Rentenversicherung verlassen. Alternativ müssen wir wieder wie in wilhelminischen Zeiten arbeiten, bis wir umfallen und die Rentenversicherung uns ein letztes Gnadenbrot gewährt. Andere Meinungen zur Rente, nämlich dass die umlagenfinanzierte Rentenversicherung gut und sicher ist, nehmen wir nicht ernst: Norbert Blüm, du Lachfigur .