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Posts mit dem Label "Biographisch" werden angezeigt.

Android, bahn.de und Touchpads mit Handschuhen

Mein neues Handy ist ein Android Handy, das HTC Magic . Wie immer ging es mir auch mit dieser technischen Innovation so: Erst habe ich sie jahrelang abgelehnt, um sie dann schwer begeistert in meinen Lebensalltag einzubauen. Handy, wozu brauche ich das? Ich will gar nicht immer erreichbar sein. Surfen auf dem Handy, wozu? Da erkennt man sowieso nichts. Und ich hab doch sowieso UMTS und kann alles bequem auf dem Notebook nachschauen... Damit fängt es aber schon an. Wenn ich unterwegs bin, musste ich immer meinen Laptop auspacken und hochfahren, nur um schnell mal nachzugucken, ob mein Zug pünktlich ist und ob ich die unmögliche Verbindung schaffe oder nicht. Rechtzeitig vor der Ankunft musste ich dann mein Notebook runterfahren, wieder zusammenpacken, ... Für lange Strecken lohnt sich der Aufwand, für kurze nicht. Jetzt hole ich bequem mein Handy raus, während mein Notebook wohlverstaut in der Tasche bleibt. Das Tippen auf dem Handy fällt mir immer noch schwer. Weshalb ich neulich...

Hand zum Mund Disposition

Im September saß ich im Büro mit einem Kollegen von einer anderen Beratungsfirma. Er stand kurz vor seinem Projektausstieg und erzählte mir voller Stolz, dass er demnächst erst einmal im Office sein würde. Alles war gebucht und er freute sich darauf, interne Themen zu bearbeiten. Das war eine Woche vor Projektende und hielt bis einen Tag vor Projektende. Dazwischen hatten seine Chefs ihn mehrfach angerufen. Am Tag vor dem Projektende stand dann fest, dass er nicht ins Büro kommen würde, sondern dass der nächste Kunde auf ihn wartete. Dazu muss man wissen, dass Zeit im Office für Beratungsfirmen wie Weihwasser für den Teufel ist: Im Office verdient man kein Geld. Man kann zwar an Akquisen mitschreiben oder sich weiterbilden. Aber man verdient eben kein Geld. Deswegen ist die Phase des Projektendes immer die, wo man am meisten mit seinem Chef zu tun hat. Mach mal den Lebenslauf neu. Guck dir das an. Der Chef mag sich monatelang nicht melden, wenn es ums Geld geht, hat man seine volle A...

Hotelfindungtester

Oh man, heute Nacht trotz Müdigkeit weniger als sechs Stunden geschlafen. Mein Hotel liegt verkehrsgünstig an Hauptstraße, Straßenbahnstrecke, Busbahnhof und Hauptbahnhof. Gerade fährt wieder ein LKW vorbei. Schön waren heute Nacht insbesondere die Güterzüge. Wer an einer Bahnstrecke wohnt, ist für weniger Güterverkehr per Bahn, nicht mehr. Noch eine Nacht... Rache wird per Tripadvisor genommen.

Der Berater Hemdensprint

Ich hatte am Montag Abend mit meinem Chef einen Termin beim Kunden, um mich vorzustellen. Der Termin lief so la la . Sie wollten gerne Erfahrungen in der bei ihnen eingesetzten Komponente, die Marktrisiko abdeckt. Ich hingegen verfüge über Erfahrungen mit einer anderen Komponente der Produktfamilie, für Kreditrisiko. Beide Komponenten werden unter demselben Namen vertrieben, es sind aber zwei ganz unterschiedliche Produkte. Eins ist webbasiert , das andere läuft serverseitig . Immerhin verwenden beide das gleiche Farbschema . Der Kunde fragte diesen Unterschied im Gespräch noch einmal explizit nach und verzog das Gesicht, als ich "Nein, mit [...] habe ich keine Erfahrung" antworten musste. Für den Termin hatte ich Sonntag Nacht extra noch zwei Hemden gebügelt. Ich bügele nicht mit Dampf (saut immer so rum ), sondern nutze einen Pflanzenbefeuchter . Der Pflanzenbefeuchter hat den Nachteil, dass die Wäsche nach dem Bügeln noch etwas feucht ist, wenn man ungenau sprüht. Das w...

Bahncard 100

Meine Mobility BahnCard 100 ist da! Sie ist per Einschreiben gekommen, so dass ich heute morgen erst mal zur Post musste. Ein Jahr Bahnfahren bis zum Umfallen. Heute bin ich gleich 2x ICE gefahren. Nachher noch ne Runde S-Bahn. Wegen der Nutzung im Nahverkehrsbereich musste ich erst einmal nachgucken , für welche Gebiete die Bahncard 100 Mobility BahnCard100 gilt. Grob gesagt in allen Gebieten, die das City-Ticket abdeckt . Hinzu kommen alle Nahverkehrszüge, die die Deutsche Bahn betreibt. Das Ticket gilt immer, also unabhängig davon, ob man zum Bahnhof fährt oder vom Bahnhof kommt. Wichtig ist allein, dass man innerhalb der vorgegebenen Grenzen bleibt. In München fehlt zum Beispiel Ismaning, d.h. dorthin dürfte man mit der S-Bahn (Zug) hinfahren, aber nicht den Bus nutzen.

Gutschrift von Quelle

Es wird Euch vielleicht überraschen, aber bis Anfang dieser Woche war mein Haushalt Gläubiger von Arcandor. Wir waren Teil der Speerspitze des neuen, modernen Quelles, sprich " mittendrin - im digitalen Zeitalter ". Im Quelle Webshop hatten wir Anfang des Jahres eine Lampe bestellt. Sie hat uns nicht gefallen und wir haben sie innerhalb von 14 Tagen zurückgeschickt. Statt einer Rücküberweisung des Betrags (knapp 50€) fanden wir einige Zeit später einen Brief mit einem Gutschein über 50€ im Briefkasten. Ich konnte verstehen, dass Quelle es probiert. Sauber fand ich es nicht. Es ging hier ja nicht um Kulanz, sondern um einen Rechtsanspruch , den Quelle auch auf der Homepage dokumentiert . Wir haben den Gutschein bei der Quelle-Hotline reklamiert, wo man uns zugesagte, dass es sich um ein "Versehen" handelt und dass der Betrag umgehend überwiesen würde. Nur: Statt des Betrages wurde uns mit einiger Verzögerung wieder eine Gutschrift zugeschickt. Das Spiel wiederholte ...

Es ist Prämienzeit!

Seit acht Monaten besuche ich dasselbe Hotel, um ordentlich Hotelpunkte zu sammeln. Heute war Zahltag. Gerade wurden 148.000 der 170.000 Punkte in vier Übernachtungen zu zweit plus Full Breakfast in Venedig getauscht. Nomineller Preis: über 600€. Schöner Gedanke, so mein Nettogehalt aufgebessert zu haben ;)

Rolle rückwärts!

Ich saß diesen Mittwoch lange auf Arbeit. Um 8h morgens hatte ich meinen Tag angefangen. Um 8h abends saß ich noch vor meinem PC und spielte einen Patch auf Produktion ein. Der Tag war lang und mein Akku leer. Als Ablenkung prüfte ich kurz meine Emails (privat und dienstlich). In meinen Dienstmails fand sich eine weitere Email meines Vorstandsvorsitzenden. Er hatte Montag ja Zwangsurlaub für die Brückentage nach Himmelfahrt und Fronleichnam verordnet. Stellt sich heraus, dass Betriebsferien  mitbestimmungspflichtig  sind und unser Betriebsrat nicht informiert war. Inwiefern das Übergehen des Betriebsrates Absicht war, lasse ich mal offen. Es wirkt aber äußerst peinlich, wenn hochbezahlte Manager (knapp siebenstellig nach Auskunft unternehmensregister.de) solche Fehler machen. Ich war ja schon vor einiger Zeit für Streik... Wer sich detaillierter über das Thema "Zwangsurlaub" informieren möchte,  findet  hier  eine schöne Zusammenfassung. Nach der Lektüre kann ich jedem nur r...

Eskalation der Sparmaßnahmen

Die Führung meiner Firma zeichnet sich gegenwärtig daraus aus, regelmäßig die Sparmaßnahmen zu eskalieren. Heute kam der Aufruf, dass wir am Brückentag nach Himmelfahrt geschlossen Urlaub nehmen müssen. Inwiefern das Geld spart, weiß ich nicht einzuschätzen. Außerdem wurden alle nicht Kunden-bedingten Fernreisen gestrichen. Das betrifft insbesondere diejenigen Schulungen, die nach der ersten Streichrunde noch übrig blieben. Mir wirken die Maßnahmen alle panisch und wenig zweckdienlich. Am besten wir schaffen jetzt noch den gratis Kaffee im Office ab. Ach, stimmt ja, ich bin nie im Office. An der Front leiste ich bereits meinen Beitrag. Der Betriebsrat meines Kunden hat Ende letzten Jahres auch eine Liste mit Mitarbeiter-Sparvorschlägen. Da stand dann sowas Sinnvolles drin wie "beidseitig drucken" und "Energiesparlampen im ganzen Haus". Wenn man eine Bank mit Milliardenverlusten ist, bringen einen diese Vorschläge unheimlich weit. Und damit sind wir im Kern des Probl...

Literaturempfehlung und Promotionsverfahren

Am Donnerstag schaue ich nach langer Zeit wieder mal bei "meinem" Lehrstuhl rein, wo ich knapp ein Jahr beschäftigt war. Es soll dort tatsächlich jemand die Promotion erhalten. Das will ich mit eigenen Augen sehen. Und ich war schon lange nicht mehr dort. Parallel dazu hat mir meine Freundin " Der ganz normale Wahnsinn - Vom Umgang mit schwierigen Menschen " geschenkt. Ein tolles Buch. Zum ersten Mal hatte ich das Buch am Lehrstuhl an der Hand und habe das Kapitel über narzißtische Persönlichkeiten gelesen. Mein Prof. war nämlich eine. Von neun DSM IV Kriterien erfüllt er locker sechs. Ein anderer Kollege, der schon deutlich länger dabei war, tippte auf acht. Fünf deuten auf die Störung hin. Eine Episode: Ein Assistent hatte ein Paper erfolgreich bei einer Konferenz untergebracht. Der Prof. hatte das Paper gereviewt. Trotzdem stellte der Professor das Paper als seine Leistung war. Der Assistent hatte ja nur "seine Gedanken" umgesetzt (Kriterium 1: Übertre...

Campen beim Kunden

Unter Beratung und Projektgeschäft versteht man meistens kurzfristig, zeitlich endliche Tätigkeiten. Wer sich dann zB. in IT-Abteilungen großer Banken umsieht, wundert sich, wie viele Mitarbeiter Externe sind und trotzdem schon seit Jahren dabei. Ein Kunde meinte mal zu mir, dass es einen Externen gäbe, der schon seit fast zehn Jahren vor Ort ist. Mit der Zeit verschwinden die Grenzen. Ich bin mit den meisten Internen mittlerweile auf "du". Ich kenne die auch mittlerweile eine Reihe von Externen. Und mein Projektleiter fragt schon die ganze Zeit nach, inwiefern er mich auch bei meiner neuen Firma kriegen könnte. Mein neuer Chef hat deswegen heute auch schon gefragt. Das heißt, ich könnte gut auch noch das nächste Jahr hier vor Ort bleiben, sprich beim Kunden campen. Ich möchte aber nicht. Es ist jetzt bald ein Jahr, dass ich hier vor Ort bin. Wie dargestellt, bin ich nicht im Zentrum der Republik. Der Fahrtweg ist lang und ich bin fernab vom Office. Ich würde ungern in einer ...

Live gehen mit Produktionsproblemen

Diese Woche war für mich ziemlich stressig. Statt meiner vier Tage Woche habe ich wieder einmal fünf Tage gearbeitet. Grund war, dass wir diese Woche mit dem nächsten Releasen live gehen wollten. Ursprünglich sollte das Dienstag erfolgen. Das wurde verworfen, weil Dienstag der Monatsabschluss gerechnet wird und wir nicht mit dem Monatsabschluss in Konflikt geraten wollten. Deswegen sind wir dann Mittwoch live gegangen. Mittwoch Morgen stellte sich heraus, dass der Monatsabschluss in der Nacht nicht gelaufen war und es Produktionsprobleme gab. Die Admins waren also den ganzen Tag damit beschäftigt, die Produktionsprobleme zu beheben. Wir sind dann am Nachmittag trotzdem live gegangen. Ein Fehler. Um es mal aus Risikomanagementsicht darzustellen: Wenn der Patient gerade einen Herzanfall hat, muss der jährliche Checkup beim Zahnarzt warten. Donnerstag gab es dann Hardware Probleme. Der Speicher des Datenbankservers war defekt. Das hatte ziemlich missliche Seiteneffekte. Die Performanz...

Employer Branding und Hochschulmarketing

Viele Firmen wenden viel Geld zwecks Employer Branding und Hochschulmarketing auf. Von Arbeitgeberseite klingt das dann so : Das Employer Branding erfüllt hier eine strategische Funktion an der Schnittstelle zwischen HR- und Marketingabteilung und verfolgt das Ziel, "First Choice Employer " (z. B. bei Absolventen oder Young Professionals) zu werden. [E]s darum, mehr geeignete Bewerbungen zu erhalten, da Arbeitnehmer so die "richtigen" Erwartungen an die zukünftigen Arbeitgeber haben. Der Employer Brand (Arbeitgebermarke) entspricht damit eher einer Dienstleistungsmarke, die eine Zusage für eine künftige Leistung macht: Er kommuniziert dem Bewerber, warum er bei der Unternehmung arbeiten sollte, wie sein zukünftiges Arbeitsumfeld aussehen wird und wie die Unternehmenskultur gelebt wird. Dies führt gleichzeitig zu einer besseren Selbstauswahl bei den Bewerbern, dadurch zu richtigen Bewerbungen und schliesslich zu einem effizienteren Recruiting . [Alpha.ch - Patrick ...

CAF und die Abwrackprämie

Meine teuerste Wohnung hatte ich während meines Erasmus-Jahres in Frankreich. Für ein kleines Zimmer im Studentenwohnheim habe ich 340€ gezahlt. Zusätzlich war ich verpflichtet, Essen in der Kantine zu kaufen, was noch einmal 160€ waren (morgens, mittags, abends). Mein verfügbares Einkommen waren 550€, blieben also noch 50€ vom damaligen Bafög-Höchstsatz. Am Anfang war ich schwer am schlucken und sehr verwundert. Wieso war mein Wohnheim so teuer? Ein vergleichbares Wohnheimszimmer an meiner Heimatuni kostet weniger als 200€ und ist damit für das Studentenwerk kostendeckend bzw. sogar gewinnbringend. Die Grundpreise konnten die Unterschiede nicht erklären. Mein französisches Wohnheim war auf dem Campusgelände gebaut. Auch die Ausstattung und Größe der Zimmer oder das Gebäude an sich waren keine Erklärung. Zur gleichen Zeit war mein ehemaliger Mitbewohner in Frankreich. Er hatte sich eine Studentenwohnung en centre ville genommen. Die Wohnung war sogar noch teurer als meine und kostete 4...

Mein Kaupthing Konto

Ich behaupte von mir, in Finanzdingen besser ausgebildet zu sein als der Durchschnittsbürger. Ich informiere mich regelmässig über Finanzdinge und weiß, was ein CDS ist ( Credit Default Swap ). Das bringt der Job eben mit sich. Trotzdem war mein Geld bei Kaupthing . Kein Scherz. Drei Kollegen von mir (ebenfalls aus dem Bankensektor, zwei sogar mit Wirtschafthintergrund) hatten dort auch ein Konto. Von zweien weiß ich, dass sie (wie ich) erfolgreich am Bank Run mitgewirkt haben. Das Länderrisiko bin ich bewusst eingegangen. Ich hatte ein Tagesgeldkonto , verfolge die Finanznachrichten und als es Zeit wurde, das Geld abzuziehen, war es auch weg. Ich wusste, dass dort nur 20.000€ garantiert sind und mehr lag auch nie auf dem Konto. Das fiel mir auch nicht schwer ;). Dass die groß beworbene Garantie nicht tragen würde, hatte ich hingegen nicht erwartet. Meine Freundin, die auch dort ein Konto hat, kämpft gerade mit den isländischen Behörden, die unter der schieren Antragsflut zusammenbr...

Der Trend geht zum Zweitprojekt

Ich bin mir nicht sicher, ob ich es schon mal erwähnt habe: Ich habe ein Zweitprojekt. Hintergrund ist, dass meine Chefs meine fakturierbaren Tage steigern wollten und mir für Bahnfahrt und Freitag ein Zweitprojekt besorgt haben. Das war im September letzten Jahres. Der Plan ist mächtig daneben gegangen. Mein Erstprojekt wollte mehr Zeit von mir. Der Freitag war hin. Und deswegen habe ich im Zweitprojekt seit Mitte Oktober nichts mehr gemacht. Bis dahin hatte ich einen unvollständigen Prototyp gebaut. Dann kam letzte Woche die Ansage vom Kunden, dass ich für das Zweitprojekt was abliefern muss. Mist: Warum hatte ich das Zweitprojekt auch im Januar schleifen lassen, obwohl ich doch Zeit hatte? Wo ich drüber nachdenke: Ich hatte einfach keinen Bock drauf. Glücklicherweise war ein Kollege gerade im Office (sprich ohne Projekt und mit Zeit) und konnte etwas am Prototyp weiterstricken. Heute wollte ich dann "deployen", also ausliefern, um Morgen die Demo zu machen. Das Deployen wa...

Der Preis von Gold

Eine Theorie, die ich in vielen Jahren Arbeit gelernt und getestet habe, ist folgende: Wenn man von einem Kollegen nicht sagen kann, womit er sich gerade beschäftigt, ist er unterbeschäftigt. Der Weg zu dieser Theorie begann in meiner Ausbildung. In meiner Ausbildung durchlief ich einige Abteilungen, in denen ich zu wenig Arbeit für acht Stunden hatte. Andere Abteilungen waren so nett, mir Pseudoaufgaben zu übertragen. Ich schrieb Anfrangen oder machte Angebote, die ohnehin nichts werden würden. Das Glanzbeispiel war, als eine Kollegin mich bat, den Preis für Gold zu ermitteln. Am Anfang meiner Ausbildung wollte ich mich beweisen und war dementsprechend unruhig. Wie in jedem Praktikumsratgeber empfohlen, bot ich mich an, stellte Fragen ... und ging damit allen auf den Sack. Mein Fehler war zu glauben, daß ich keine Arbeit hatte, weil meine Ausbilder mich nicht berücksichtigten. Tatsächlich war es so, daß auch meine Ausbilder für sich nicht genug Arbeit hatten; eine Situation, die durch...

Mythos Bahnarbeit

Momentan fahre ich viel Bahn. Mein ursprünglicher Plan war es, während dieser Zeit etwas für die Arbeit zu machen. Diesen Plan habe ich mittlerweile beerdigt. Wenn ich am Montag Morgen losfahre, ist es 5h morgens. Es liegt auf der Hand, daß mein Fokus bei der Hinfahrt auf einer möglichst langen Schlafphase liegt. Wenn ich freitags zurückfahre, ist der Zug gerammelt voll. Gerade tippe ich mit stark angewinkelten Armen, die ich nicht als natürliche Tippposition betrachte. Zudem macht mich Bahnfahren immer schummrig. Es gibt ein paar Tätigkeiten, die man sehr gut in der Bahn machen kann, z.B. Texte überfliegen oder Reisekosten abrechnen. Qualitative Arbeit hingegen geht nicht. Von daher wundere ich mich immer über Kollegen und Bekannte, die behaupten wunderbar in der Bahn arbeiten zu können. Ich glaube, diese Behauptung dient nur dazu, 1. Klasse fahren zu können. Im gewissen Sinne ist Fliegen da ehrlicher. Ein Inlandsflug dauert inklusive des ganzen Drumherums häufig nur 1-2h weniger als ...

30 Minuten als kleinstmögliche Arbeitseinheit

In meinem Ausbildungsbetrieb hatten wir Azubis eine morgendliche Aufgabe: Wir mußten die Post machen. Die Aufgabe "Post machen" bestand dabei aus folgenden Teilaktivitäten: Die Post mußte in der Postabteilung im Erdgeschoß abgeholt werden. Die wichtige Post (z.B. an den Geschäftsführer oder die Buchhaltung) war durch die Postabteilung bereits vorsortiert und wurde von uns sofort ausgeliefert. Die übrige Post war unsortiert und wurde deshalb von uns nachsortiert. Nachdem die übrige Post nachsortiert war, wurde auch diese von uns ausgeliefert. Wenn ich mich richtig erinnere, war die Aufgabe darin begründet, daß die Postabteilung den Betrieb nicht gut genug kannte, um die Post richtig zuzustellen. Lehrjahre sind keine Herrenjahre, aber Post nach zusortieren, die schon einmal vor sortiert worden war, begeisterte mich anfangs nicht. Meine Haltung änderte sich jedoch rasch. Durch das Sortieren hatte ich immer einen Überblick, was gerade im Betrieb passierte. Ich konnte meine Vorgän...