Montag, 31. Januar 2011

Wege zu XY

Man nehme eine Ideologie der Vergangenheit. Man gründe eine Partei, die sich explizit auf diese Ideologie beruft, sich die XY'isten nennt und ignoriere fleißig alle Hinweise, dass diese Ideologie in Reinform nicht zur Realität passt. Alle Fehler werden nicht als Scheitern der Ideologie begriffen, sondern als Bestärkung den Kurs fortzusetzen. Nicht ein zu viel, sondern ein zu wenig dieser Ideologie ist das Problem.

Nein, die deutschen Postsozialisten von Der Linken und Gesine Lötzschs ziemlich harmloser Kommentar zum Kommunismus sind nicht gemeint (Die Wege zum Kommunismus können wir nur finden ...). Die Linke mag auf Parteitagen und in ihrer Hauspostille Marx verklären und für die Zukunft die klassenlose Gesellschaft einfordern. Für mich ist das nostalgisches Schattenboxen. Wir leben nicht im Kommunismus und mit hoher Wahrscheinlichkeit werden wir das auch in Zukunft nicht, jedenfalls so lange nicht, wie man höhere Steuern nicht mit Kommunismus gleichsetzt.

Wir leben in einer Marktwirtschaft, die maßgeblich vom Liberalismus geprägt wird. Wenn sich unsere Medien also auf eine Ideologie einschießen wollen, dann doch die, die aktuell wirklich Schaden anrichtet. Damit meine ich nicht nur die Bankenkrise, die einmal wieder die Grenzen der Märkte illustirert. Es reicht sich in Nigeria die Umweltschäden der (hochprofitablen) Ölindustrie vor Augen zu führen. Oder das Revival von Arbeitsbedingungen, die wir - auch dank Marx - im 19. Jahrhundert hinter uns wähnten.