Sonntag, 29. November 2009

Die Lucky Luke Western Bank

Wer bei google die Begriffe Bank, Finanz/Finance und Innovativ beliebig kombiniert, erhält Ergebnisse im Millionenbereich. Es gibt sogar eine Bank, die sich Innovative Bank nennt.

Die von mir am meisten verhasste Verwendung von Innovation im Bankenbereich ist "Produktinnovation". Dass Banken keine Produkte haben, schrieb ich bereits. Ein Konto ist ein Datensatz, eine Menge von Nullen und Einsen in einem Rechenzentrum, eine Dienstleistung, über die ich Zahlungen abwickele. Ein Konto ist kein MP3 Player, keine Tüte Milch und auch keine Verpackungsmaschine. Genauso wenig ist ein Kredit, ein Fonds oder ein Depot ein "Produkt".

Hand zum Mund Disposition

Im September saß ich im Büro mit einem Kollegen von einer anderen Beratungsfirma. Er stand kurz vor seinem Projektausstieg und erzählte mir voller Stolz, dass er demnächst erst einmal im Office sein würde. Alles war gebucht und er freute sich darauf, interne Themen zu bearbeiten. Das war eine Woche vor Projektende und hielt bis einen Tag vor Projektende. Dazwischen hatten seine Chefs ihn mehrfach angerufen. Am Tag vor dem Projektende stand dann fest, dass er nicht ins Büro kommen würde, sondern dass der nächste Kunde auf ihn wartete.

Dazu muss man wissen, dass Zeit im Office für Beratungsfirmen wie Weihwasser für den Teufel ist: Im Office verdient man kein Geld. Man kann zwar an Akquisen mitschreiben oder sich weiterbilden. Aber man verdient eben kein Geld. Deswegen ist die Phase des Projektendes immer die, wo man am meisten mit seinem Chef zu tun hat. Mach mal den Lebenslauf neu. Guck dir das an. Der Chef mag sich monatelang nicht melden, wenn es ums Geld geht, hat man seine volle Aufmerksamkeit. Und meistens hat man eben direkt im Anschluss den nächsten Auftrag. Kleiner Nachteil dieser Form der Disposition: Die Zuordnung erfolgt nicht Interessen oder Kompetenz getrieben, sondern nach dem Hand-zum-Mund-Prinzip.

In meinem Fall hatte ich zuletzt zwei Tage nach Projektschluss (Donnerstag) mein Nachfolgeprojekt, das am Dienstag dann schon losging. Dazwischen hatte ich Urlaub, weil - ähnlich wie und positiv für meine Chefs - auch für mich das Office äußerst abschreckend ist: Wohnort <-> Arbeitsort 2h.

Donnerstag, 5. November 2009

Promovierte Programmierer

Nach meinem erfolglosen Ausflug an die Hochschule fehlt mir der deutsche Respekt vor Titeln. In Geschäftsmails verweigere ich konsequent die Anrede mit Titel, auch wenn es sich um einen Kunden handelt, dessen Promotion mir bekannt ist. Stattdessen bleibe ich bei "Sehr geehrter Herr XY".

Eine Freude mit Promovierten sind teure Beratungen, die auch Software entwickeln. Da stolpert man dann über Visual Basic Module, in deren Kopfkommentar sich zwei Promovierte austoben. Dann findet man im Modul neben einem Marktdatenexport (Anwendung -> Textdatei) eine Implementierung von Quicksort. Ja, Quicksort, dieser Grundstudiumsalgorithmus, der in einer Programmiersprache wie Visual Basic automatisch enthalten ist. Man findet einen Aufruf an Visual Basic Skript, um Dateioperationen zu machen. Und man findet tief verschachtelte Schleifen, die über Felder iterieren... Aus Ehrgeiz habe ich heute mal den Code umgebaut und habe die Länge auf ein Drittel zusammengestutzt.