Montag, 25. Mai 2009

Google Nachfolger

Ich habe das Gefühl, dass es demnächst eine Suchmaschine geben wird, die google ablöst. Das liegt nicht daran, dass ich auf den Wolfram Alpha Hype reingefallen bin. Und auch nicht daran, dass mir die Datenkrake google auf die Nerven geht. (Ich schreibe diesen Post auf einem google blogger Konto im google chrome Browser für einen Blog, den ich mit google analytics überwachen lasse und für den ich bisher die Links mit google recherchiere). Motivation für diese Aussage ist, dass ich in letzter Zeit häufiger unzufrieden bin mit den Suchergebnissen, die google liefert.

Z.B. wollte ich Quellen suchen zu meinem Post über eine Immobilienblase in Deutschland. Meine Suchbegriffe waren "immobilienblase deutschland" und so sah mein Ergebnis aus:


Unter den ersten zehn Hits sind neun von Immobilienmaklern. Das liegt daran, dass die kommerziellen Seiten SEO betreiben. Auf den ersten Blick ist das lustig. Auf den zweiten bringt mir die ganze Suche nichts.

Ein anderes Beispiel: Für meinen Post über Überstunden wollte ich "The Mystical Man Month" von Fred Brooks verlinken, einen Klassiker des Software Engineerings. So sah mein Suchergebnis aus:


Weil Brooks eine Essaysammlung unter dem Titel als Buch veröffentlicht hat, sind die ersten drei "Ergebnisse" Onlineshops (ciao.de, amazon.de, amazon.com), die einem das Buch andrehen wollen. Erst dann kommt der deutlich relevantere Wikipedia Artikel. Insgesamt sind auf der ersten Seite fünf von zehn Ergebnissen kommerzieller Natur. Wieder: Dank SEO drängeln sich unwichtige Seiten nach vorne.

Der Lehrstuhl, wo ich knapp ein Jahr gearbeitet habe, hat auch SEO betrieben. Es ging darum, weit vorne in der Liste zu sein, wenn bestimmte Forschungsthemen gesucht werden. Dagegen ist nichts einzuwenden, wenn man Inhalte anbietet. Es waren aber keine nützlichen Inhalte auf den Seiten. Sinn und Zweck war nur die Vermarktung des Lehrstuhls als Kompetenzpartner.

Als Grundproblem sehe ich, dass die Such-Mono-Kultur dazu führt, dass es für SEO-Betreiber ziemlich einfach ist. Man muss nur für eine Suchmaschine optimieren. Google ist lange am Markt und daher allen Teilnehmern ausreichend bekannt. Google mag zwar kontinuierlich optimieren. Sie werden aber sicherlich nicht das Risiko eingehen, auf einmal komplett andere Ergebnisse zu liefern. Das heißt, die Änderungen sind inkrementeller Natur und können relativ schnell wegoptimiert werden.

Was kommt also jetzt? Meine immobilienblasen Suche sieht bei yahoo jedenfalls deutlich besser aus.

Samstag, 23. Mai 2009

Weg-SEO't: Nur noch zweiter Platz

Diese Seite ist nur noch auf dem zweiten Platz für die Suchbegriffe "Lush Gehalt". Ursache ist, dass eine Aggregationsseite den RSS Feed dieser Seite einbindet. Dass eine Suchseite, die meinen (partiellen) RSS-Feed einbindet, relevanter ist als der Originalbeitrag, ist auch so ein Kunststück von SEO.

Immobilienblase im Werden?

Ich hatte diese Woche ein interessantes Gespräch mit einem Freund, nennen wir ihn mal P. Es ging um die Frage, ob man sich eine Wohnung kaufen solle oder nicht. Ich muss zugegeben, dass das so eine fixe Idee von mir ist. Die Anzahlung hätte ich bald zusammen, mein Vater würde mitbürgen und so die Finanzierung vereinfachen und nächstes Jahr wird ohnehin umgezogen.

Jedenfalls stellte P. fest, dass er für die schöne Wohnung, die er aktuell zur Miete bewohnt, Unsummen auf den Tisch legen müsste und dass sich das für ihn nicht rechnet. Außerdem würden im Moment alle Wohnungen kaufen. Wenn der Herdentrieb einsetzt, ist das ein gutes Zeichen für eine entstehende Blase.

Wer sich die Nachrichtenlage anschaut (München, HH), stellt fest, dass es primär innerstädtische Großstadtlagen im mittleren Preissegment sind, die gerade gut weggehen. In anderen Regionen (ländlich, struktur-schwach) bzw. schlechten Lagen hingegen sieht die Preisentwicklung nicht so rosig aus.

Die Nachfrage nach diesen Immobilien wird auch nicht durch die Finanz- und Wirtschaftkrise gebremst:
Im Gegenteil: 'Wir stellen fest, dass unsere Kunden vermehrt in Immobilien investieren', sagt Mathias Rumpf, Geschäftsführer von Engel & Völkers.
Als Argumente für die gestiegene Kauflust wird gemeinhin der niedrige Zins und die vergleichsweise guten Renditen genannt, die man momentan mit Immobilien erwirtschaften kann. Außerdem: Es finanziert sich "von selbst" durch die gesparte oder die eingenommene Miete.

Der Spruch "es finanziert sich von selbst" ist an sich suspekt und sollte keinem seriösen Berater über die Lippen rutschen. Man darf nicht vergessen, welche Unsicherheiten und Kosten man alles mit einer Immobilie hat. Kann ich die Immobilie vermieten? Habe ich größere Reparaturen zu zahlen? Wie wird die Nachfrage in 10 Jahren aussehen?

Ein Beraterkollege hatte mir diese Rechnung auch mal dargelegt. Er hatte sich eine Wohnung gekauft, die er selbst vermietete und für die der Mieter effektiv die Zinsen zahlte. Super Sache. Ein paar Monate später kam auf ihn eine saftige Rechnung von der Stadt für Arbeiten am Gehsteig zu. Anderes Beispiel: Meine Eltern mussten Fassadenarbeiten an der Wohnung machen lassen. Abgesehen von den nicht unwesentlichen direkten Kosten hätten die Mieter auf einer substantiellen Mietminderung bestehen können. Das geht ins Geld.

Abgesehen davon, sollte man sich klarmachen, was es bedeutet, dass eine Immobilie gemeinhin fremdkapitalfinanziert ist. Selbst wenn man 25% der Wohnung selber finanziert, hat man bei einem Kaufpreis von 200.000€ direkt 150.000€ Schulden. In der schlimmsten Wirtschaftskrise seit der großen Depression ist das ein ganz schöner Klotz, den man sich ans Bein bindet.

Donnerstag, 21. Mai 2009

Nachtrag: bahn.comfort

Ich habe heute ein weiteres, äußerst positives Feature des bahn.comfort Status kennengelernt: der eigene Schalter im DB Reisezentrum. Ich war in Eile, wollte noch schnell einen Zuschlag für einen reservierungspflichtigen Zug kaufen und musste mich nicht mit den anderen in die Schlage stellen. Stattdessen bin ich an den leeren Schalter für First Class und bahn.comfort Kunden gegangen und wurde direkt bedient. Prima. Das hat mir direkt fünf bis zehn Minuten gespart. Die gesparte Zeit habe dann in der DB Lounge verbracht bei Limonade und FT.

Mittwoch, 20. Mai 2009

Zu viel Arbeit für 40h? Dann arbeite doch länger.

Die erste Reaktion auf ein Mehr an Arbeit ist mehr zu arbeiten. Wenn 40h nicht reichen, dann muss man "eben eine Schippe zulegen". 40 Stunden sind ohnehin was für Pünktlichstempler und Karriereknicker ...

Die Logik hinter Überstunden und Mehrarbeit ist einfach. Arbeite ich pro Tag eine Stunde mehr (12,5%), dann schaffe ich auch 12,5% mehr weg. Ich kann also ein Achtel mehr Arbeit bewältigen. Übertragen auf das EVA-Modell sind Überstunden eine Maßnahme, die sich allein auf die Verarbeitung beziehen. Es kommt mehr rein, es muss mehr raus, also arbeite ich länger.

Zusätzlich verschaffe ich mir durch Überstunden zeitliche Flexibilität. Sie helfen mir, auf Termindruck zu reagieren. Angenommen es ist Wochenbeginn und ich erfahre, dass ich am Freitag eine Präsentation beim Kunden geben soll. Für die Erstellung der Präsentation benötige ich vierzig Stunden (eine Mannwoche). Mache ich Dienst nach Vorschrift, bin ich erst Freitag Abend fertig, also zu spät. Deshalb arbeite ich von Montag bis Donnerstag 10h statt 8h. Durch die Überstunden gelingt es mir, einen Tag früher fertig zu werden, nämlich Donnerstag Abend, und ich kann meinen Kundentermin pünktlich wahrnehmen.

So erfolgreich ich in diesem Beispiel darin war, den Termin zu halten, so wenig hat sich mein Aufwand geändert. Ich habe weiterhin 40h gearbeitet. Das heißt, ich bin zwar früher fertig geworden, aber eben nicht schneller. Überstunden verbessern also meine Effizienz nicht.

Im Beispiel unterstelle ich, dass sich fünf Tage à acht Stunden verlustfrei in vier Tage à zehn Stunden umrechnen lassen. Diese Prämisse ist ähnlich realistisch, wie die Annahme effizienter Märkte. Angenommen mein Projekt hat einen Aufwand von 100 Manntagen. Lasse ich 100 Mitarbeiter je einen Tag am Projekt arbeiten, ist das Projekt trotzdem nicht morgen fertig. Zwischen Teilaktivitäten eines Projekts bestehen zeitliche Abhängigkeiten. Z.B. muss man die Anforderungen erheben, bevor man mit der Programmierung beginnt. Daneben erfordert die Zusammenarbeit vieler Menschen Abstimmungsaufwand, der nicht zu unterschätzen ist. Im Falle der Überstunden-befeuerten Angebotserstellung von oben kann es mir z.B. leicht passieren, dass ich auf Feedback des Kundenverantwortlichen warten muss und deshalb nicht vorankomme.

Losgelöst von betrieblichen Abhängigkeiten muss man auch bedenken, dass die eigene Leistungsfähigkeit über den Tag keine Konstante ist. Ich bin in der dritten Überstunde nicht genauso produktiv wie morgens um 10h. Umso länger ich arbeite, um so weniger leistungsfähig bin ich. Das lässt sich allgemein über Unfallstatistiken belegen.

Für mich als Informatiker sind Berufsunfälle eher selten. Mir passiert es aber häufig, dass ich morgens Probleme in kurzer Zeit löse, an denen ich mir noch am Vorabend stundenlang die Zähne ausgebissen habe. Auch passieren mir zu später Stunde mehr Fehler. Ich würde daher tippen, dass zwei Überstunden maximal 1,5h normaler Arbeitszeit entsprechen. Dieser Effekt verstärkt sich noch, wenn man über lange Zeit Überstunden macht. Irgendwann ist man auch um 10h nicht mehr so leistungsfähig wie normal.

Ein weiterer schlimmer Effekt von Überstunden kann sein, dass sie selbstverstärkend sind. Sie wecken Erwartungen. Es soll z.B. Chefs geben, die sich weigern Aufwände zu schätzen. Stattdessen schmeißen sie ihre Mitarbeiter mit Aufgaben zu und unterfeuern diese mit mächtig Termindruck, egal ob der Druck nötig ist oder nicht. Wenn alles glatt geht, ist ihre Schlussfolgerung, dass die Aufgabe zu klein war und der Mitarbeiter beim nächsten Mal noch mehr tun muss.

Man sieht, Überstunden sind keine dauerhafte Lösung. Sie sind nützlich um zwischenzeitliche Projektspitzen abzudecken und wichtige Termine zu halten. Wichtig ist hier, sich im Anschluss auch die Zeit zu nehmen, den Akku wieder voll zu machen. Überstunden sind aber schädlich, um dauerhaft mit zu viel Arbeit umzugehen. Sie steigern meine Effizienz nicht, sie veringern weder Input noch Output und sie wecken Begehrlichkeiten. Alternativen demnächst.

Montag, 18. Mai 2009

Zu viel Arbeit für 40 Stunden: Motivation und Modell

Eine Suche, die einen Leser auf diese Seite geführt hat, war "Zu viel Arbeit für 40 Stunden". Da dieser Blog sich dem Umgang mit Arbeitszeit widmet, möchte ich in den nächsten Wochen einmal zusammenfassend darstellen, was man alles tun kann.

Den Ausführungen möchte ich ein Modell zugrundelegen. Man kann sich den gemeinen Mitarbeiter als EVA-System vorstellen (EVA = Eingabe, Verarbeitung, Ausgabe). Ein Mitarbeiter erhält Aufgaben (Eingabe). Diese muss er bearbeiten (Verarbeitung). Zuletzt gibt er seine Ergebnisse an andere weitere (Ausgabe).

Jeder Bestandteil des Modells bietet Möglichkeiten, die Arbeitslast zu optimieren. Man kann der Arbeit aus dem Weg gehen (Eingabe minimieren). Man kann miese Arbeit machen, weil miese Arbeit macht man einfach schneller (Verarbeitung beschleunigen). Die gesparte Zeit kann man dann dafür einsetzen, die Rezeption seiner Arbeit zu steuern (Ausgabe managen). Zu all dem in den nächsten Postings mehr...

Erfolgreiches SEO: Lush und Gehalt

Es hat nicht einmal eine Woche gedauert, damit dieser Blog sein SEO-Ziel erreicht. Er ist der erste Hit bei Google für die Suche nach "Lush Gehalt". Yippee!

Wie habe ich das gemacht? Ich habe mich an die Tips eines Kumpel gehalten:

  1. Auswahl der Schlagwörter für den Beitrag über historische Suchen, in diesem Fall Lush und Gehalt.
  2. Die Schlagwörter werden im Titel, im Text und als Tag verwendet.
  3. Der Beitrag ist aktuell.

Nebenbei habe ich auf privater Ebene weiterrecherchiert. Als Mitarbeiter auf 400€ Basis verdient man ca. 7€ die Stunde. Es gibt keine Provision.


Sonntag, 17. Mai 2009

Redesign und CSS

Ich hatte ein paar Tage Zeit und habe unvermittelt Lust bekommen, meinen Blog aufzuhübschen. Leider ist CSS eine ziemliche vertrackte Angelegenheit und ich muss die nächsten Tage noch weiter arbeiten, bevor das Layout passt. Also wird die nächsten Tage noch etwas gehobelt.

Freitag, 15. Mai 2009

Der Bahn.comfort Status

Es ist jetzt schon einige Monate her, dass ich die magische Schwelle von 2000€ Umsatz bei der Deutschen Bahn überschritten habe. Damit bin ich jetzt bis Ende August bahn.comfort Kunde. Falls ich meine Bahncard verlängere, sogar noch ein Jahr länger.

Als ich noch Student war und ab und an nach Hause oder zum Fußball fuhr, beneidete ich all diejenigen, die bahn.comfort Kunden waren. Sie konnten in der Lounge auf ihren im Zweifelsfall verspäteten Anschlusszug warten, wo es Sitzplätze, Getränke und Zeitungen gab, während ich am Bahnsteig oder in der Bahnhofshalle abhing. Und im Zug waren immer diese blöden Sitzplätze, die als Reservierung nur "bahn.comfort" zeigten. Diese Plätze sind für bahn.comfort Kunden freizugeben, falls man selbst kein bahn.comfort Kunde ist. Für mich, als Normalkunden, waren diese Plätze immer Stress, weil ich eben nicht wissen konnte, ob die Plätze frei waren oder nicht. Bei jeder Station war ich in Panik, dass jemand käme und den Platz für sich reklamierte. Deswegen zog ich es vor, mir von vornherein einen anderen Platz zu suchen.

Als bahn.comfort Kunde sollte alles anders werden. Warten in der Lounge! Platz finden selbst in vollsten Zügen! Ich bin dabei! ... Wenn es denn so wäre...

Auf meinen Fahrten vom und zum Kunden habe ich jeweils knapp 30 Minuten Aufenthalt an verschiedenen deutschen Bahnhöfen. Leider bin ich entweder sehr früh (6h) oder sehr spät (22.30h) am Bahnhof, so dass die Lounges schon geschlossen sind. Pech.

Mit einem zusätzlichen Mal umsteigen (höherer Preis, gleiche Fahrtdauer) schaffe ich es auf der Hinfahrt trotzdem in eine Lounge, wo ich 30 Minuten auf meinen Anschluss warte. Das sieht länger aus, als es ist. Große Hauptbahnhöfe sind voll von Menschen, so dass ich mit Gepäck für die 200m vom Bahnsteig zur Lounge locker fünf Minuten benötige, hin und zurück zehn. Dann muss ich auch noch Puffer einplanen, weil ich meinen Anschluss unter keinen Umständen verpassen will. Macht netto 15 Minuten Lounge. Das reicht gerade, um sich einen wässrigen Kaffee zu nehmen, einmal die Schlagzeilen und ein paar Kommentare der FT zu überfliegen und auf Klo zu gehen. Die Klos in den DB Lounges kann ich vorbehaltlos empfehlen.

Neulich war mein Anschluss sogar verspätet. Ich hätte also entspannt in der Lounge warten und Zeitung lesen können. Denkste. Auf Verspätungen und Verspätungsansagen kann man sich bei der Deutschen Bahn nicht verlassen. Erst waren es fünf Minuten, dann zehn. Und als ich am Bahnsteig stand, waren es dann doch unter fünf Minuten. Ich meine, dass weiterhin zehn Minuten angeschlagen waren. Die Folge der Verspätungsansagen folgt also keiner monoton steigenden Funktionen. Und der Verspätungswert fungiert weder als obere noch als untere Schranke für die eigentliche Abfahrtzeit. Erinnert mich an den Bistr-O-Matic Drive.

Neben der Verlässlichkeit ist auch die zeitliche Verfügbarkeit der Information ein großes Problem. Wenn ich von Anfang an wüsste, dass ein Zug 30 Minuten verspätet ist, kann ich locker 20 Minuten zusätzlich in der Lounge abhängen. Normal läuft es leider so. Fünf Minuten (t-5) vor der planmäßigen Abfahrt (t0) werde ich über eine fünfminütige Verspätung (t5) informiert werde. Deswegen gehe ich vor t0 zum Bahnsteig. Dort werde ich um t5 über eine zehnminütige Verspätung informiert (t10). Für fünf Minuten laufe ich nicht zurück. Und dann wird alle fünf Minuten inkrementiert, bis letztendlich der Zug einfährt.

Da ich häufig Donnerstag oder Freitag abends unterwegs bin, fahre ich auch häufig in überfüllten Zügen. Als ich gerade bahn.comfort Kunde geworden war, habe ich direkt die Schaffnerin gefragt, wo denn der bahn.comfort Sitzplatzbereich sei. Sie hat mir dann nur entgegnet, dass der Zug voll ist und damit auch der bahn.comfort Sitzplatzbereich. Man muss nämlich wissen, dass es gar nicht so wenige bahn.comfort Kunden gibt. Z.B. ist jeder Berufspendler bahn.comfort Kunde, wenn er eine Jahreskarte im Wert von 2000€ hat (passiert schnell). Auch als Geschäftsreisender schafft man den Status relativ schnell, indem man teure ICEs nimmt oder ab und an erste Klasse fährt. In einem vollen Zug sind die wenigen bahn.comfort Plätze deshalb schnell weg.

Abgesehen davon, gibt es auch noch eine zweite Hürde. Angenommen es gibt im bahn.comfort Bereich keine freien Plätze, aber es gibt Plätze, die durch nicht bahn.comfort Kunden belegt sind. Wie findet man die? Man kann jetzt jeden Reisenden fragen, ob er wirklich bahn.comfort Kunde ist: Könnte ich mal Ihre Karte sehen? Dürfen Sie hier wirklich sitzen? Sie wollen doch in diesem überfüllten Zug stehen, oder? Genau: Die Idee des speziellen Sitzplatzbereichs sieht auf dem Papier besser aus als in Realität. Genau wie bahn.comfort als Ganzes.

Links: Jetzt auf delicious.

Für die Links habe ich mir was neues ausgedacht. Ab sofort werde ich die über del.icio.us einbinden. Unter del.icio.us/40stunden findet Ihr die Links dieser Seite. Zusätzlich werden sie jetzt auch in der rechten Spalte gelistet.

Montag, 11. Mai 2009

Links: Vermögensberatung

Die Zeit hat in ihrer aktuellen Ausgabe zwei interessante Artikel zu Vermögensberatern. Einer ist ein Erfahrungsbericht von AWD. Ein anderer beschreibt, wie Vermögensberater arbeiten. Sehr interessant. Wer Lust hat, selbst brutal viel Geld zu verdienen, indem er als Vermögensberater seine Bekannten und Verwandten abklappert, kann sich hier, hier oder hier direkt bewerben.

Bewusst machen muss man sich, dass diese sensationellen obszönen Margen und Provisionen nicht nur bei Finanzberatern im Strukturvertrieb anfallen. Man könnte ja meinen, die verkloppen einem nur Mist... Es ist eben so, dass im Finanzgeschäft (Versicherungen, Altersvorsorge, ...) sehr viel Geld verdient wird. Auch die Bank, bei der man einen Fonds kauft, und der Makler, bei dem man eine Lebensversicherung abschließt, verdienen gut. Was sich jeder denken kann: Das Geld kommt natürlich aus dem Säckel des Kunden.

Die Qualität der Beratung des Verkaufgesprächs unterscheidet sich in meinen Augen nicht: Wo Provisionen im Spiel sind, kann von Beratung nicht die Rede sein. Immerhin hat die DVAG keine Zertifikate vertrieben, anders als viele Banken, die sich daran ein goldenes Näßchen verdient haben. Apropos: Die Prozesswelle rollt.

Wen das stört und wer auf Beratung verzichten kann, sollte sich an Direktbanken und Direktversicherer halten. Wer Beratung sucht, sollte explizit die Beratung bezahlen und die Produkte woanders kaufen. In jedem Fall sollte man sich Provisionen und Kickbacks offen legen lassen.

Sonntag, 10. Mai 2009

Es ist Prämienzeit!

Seit acht Monaten besuche ich dasselbe Hotel, um ordentlich Hotelpunkte zu sammeln. Heute war Zahltag. Gerade wurden 148.000 der 170.000 Punkte in vier Übernachtungen zu zweit plus Full Breakfast in Venedig getauscht. Nomineller Preis: über 600€. Schöner Gedanke, so mein Nettogehalt aufgebessert zu haben ;)

Freitag, 8. Mai 2009

Gehalt bei Lush [SEO]

Vor Urzeiten habe ich einen Post über alternative Gehaltsbestandteile geschrieben. Ein Beispiel war Lush, wo Mitarbeiter kräftige Rabatte auf überteuerte Seife erhalten. Danke an dieser Stelle an S., mit deren Hilfe ich preisgünstig ein Megapaket Lush-Produkte erworben habe. Meine Mutter hat sich Weihnachten sehr darüber gefreut.

In jedem Fall stelle ich bei der Auswertung meine Besucher fest, dass sich einmal pro Monat ein Lush-Mitarbeiter auf meine Seite verirrt, um Infos über die Gehälter bei lush zu erhalten. Bei google analytics sieht das dann so aus:


Ich muss nun leider alle Lush Mitarbeiter enttäuschen: Ich weiß nicht, was man bei Lush verdient bzw. verdienen kann. Meine Erfahrung mit Lush war bisher, dass die Mitarbeiter dort ohnehin 400€ Kräfte sind, die an verkaufsstarken Tagen zusammengetrommelt werden. Andererseits ist man in einem Lush Laden einer olfaktorischen Dauerattacke ausgesetzt. Das sollte man sich kompensieren lassen. Insbesondere wenn man sich überlegt, was für Margen in 6,20€ Seife! enthalten sein müssen.

Und bevor ich es vergesse: Dieser Post dient dem Search Engine Optimizing, kurz SEO. Ich will, dass dieser Blog die Hauptanlaufstelle wird für alle verzweifelten Lush Mitarbeiter. ;) Im Ernst: Anhand der Suchbegriffe sieht man ein Stückchenweit, was Leser interessiert. Daran werde ich mich orientieren und einmal pro Woche einen SEO-Eintrag schreiben.

Rolle rückwärts!

Ich saß diesen Mittwoch lange auf Arbeit. Um 8h morgens hatte ich meinen Tag angefangen. Um 8h abends saß ich noch vor meinem PC und spielte einen Patch auf Produktion ein. Der Tag war lang und mein Akku leer. Als Ablenkung prüfte ich kurz meine Emails (privat und dienstlich). In meinen Dienstmails fand sich eine weitere Email meines Vorstandsvorsitzenden. Er hatte Montag ja Zwangsurlaub für die Brückentage nach Himmelfahrt und Fronleichnam verordnet.

Stellt sich heraus, dass Betriebsferien mitbestimmungspflichtig sind und unser Betriebsrat nicht informiert war. Inwiefern das Übergehen des Betriebsrates Absicht war, lasse ich mal offen. Es wirkt aber äußerst peinlich, wenn hochbezahlte Manager (knapp siebenstellig nach Auskunft unternehmensregister.de) solche Fehler machen. Ich war ja schon vor einiger Zeit für Streik...

Wer sich detaillierter über das Thema "Zwangsurlaub" informieren möchte,  findet hier eine schöne Zusammenfassung. Nach der Lektüre kann ich jedem nur raten, seinen gesamten Jahresurlaub bereits frühzeitig genehmigen zu lassen.

Dienstag, 5. Mai 2009

Eskalation der Sparmaßnahmen

Die Führung meiner Firma zeichnet sich gegenwärtig daraus aus, regelmäßig die Sparmaßnahmen zu eskalieren. Heute kam der Aufruf, dass wir am Brückentag nach Himmelfahrt geschlossen Urlaub nehmen müssen. Inwiefern das Geld spart, weiß ich nicht einzuschätzen. Außerdem wurden alle nicht Kunden-bedingten Fernreisen gestrichen. Das betrifft insbesondere diejenigen Schulungen, die nach der ersten Streichrunde noch übrig blieben.

Mir wirken die Maßnahmen alle panisch und wenig zweckdienlich. Am besten wir schaffen jetzt noch den gratis Kaffee im Office ab. Ach, stimmt ja, ich bin nie im Office. An der Front leiste ich bereits meinen Beitrag.

Der Betriebsrat meines Kunden hat Ende letzten Jahres auch eine Liste mit Mitarbeiter-Sparvorschlägen. Da stand dann sowas Sinnvolles drin wie "beidseitig drucken" und "Energiesparlampen im ganzen Haus". Wenn man eine Bank mit Milliardenverlusten ist, bringen einen diese Vorschläge unheimlich weit.

Und damit sind wir im Kern des Problems: Mit Sparen verdient man erst einmal kein Geld. Ein Geschäftsmodell, das nicht trägt, kann man nicht durch Energiesparlampen korrigieren. Und eine Beratung, die ein extrem zyklisches Geschäft hat, muss eben damit leben, dass in Krisenzeiten das Geschäft runtergeht.


Sonntag, 3. Mai 2009

Kommentare und Daten

Ich musste gestern den ersten Kommentar löschen. Sorry LazyBanker. Wer hier mit Ortsangaben etc. um sich wirft, darf sich aber nicht wundern. :P Meine Bitte daher: Keine Details verbauen, die Rückschlüsse über Euch oder mich (so Ihr mich kennt) ermöglichen.

Freitag, 1. Mai 2009

Tod eines Trolleys

Die ewigen Begleiter eines Beraters sind Laptoptasche und Trolley. Meine Laptoptasche schlägt sich noch wacker. Mein Trolley hingegen sendet seit einiger Zeit beunruhigende Signale und es wird Zeit, ihn zu ersetzen. Er hat mich ein weites Stück begleitet, war mit mir in Deutschland, Europa und Amerika unterwegs und geht jetzt auch schon ins zehnte Jahr. Nicht schlecht für einen Aldi-Trolley.

Das erste Symptom des nahenden Endes waren die Rollen. Sie fingen an zu schleifen, wahrscheinlich sind die Kugellager hinüber:

Danach stellte ich fest, dass meine Hard-Shell Risse aufwieß. Bisher sind meine Sachen alle trocken geblieben, aber wer weiß.

Außerdem habe ich mir durch den einfachen Verschlussmechanismus einen Anzug ruiniert. Er klemmte im Verschluss und Hose und Sakko hatten danach einen Riss:

Mittlerweile verkantet sich auch der Teleskoparm regelmäßig. Damit kann man den Trolley nur noch bedingt ziehen, teilweise musste ich ihn sogar schleppen. Folge: Ein neuer Trolley muss her. Meine Anforderungen sind:

  • Handgepäckgröße. Mein aktueller ist ein Ticken zu groß fürs Flugzeug.
  • Sicherer Verschlussmechanismus. Nie wieder darf ein Anzug im Koffer kaputt gehen.
  • Leicht.
  • Gute Rollen.
  • Langer Teleskoparm.
  • Max. 200 €.
Ich muss mal sehen, inwiefern ich den Trolley von der Steuer absetzen kann.