Donnerstag, 22. Dezember 2011

Niedersächsische Baufinanzierung

Christian Wulff steht dieser Tag unter Druck. Es geht um die Finanzierung seines Eigenheims durch die Geerkens, enge Freunde der Familie Wulff. Berlin und Hannover verschreiben sich momentan der Frage, ob Wulff vor dem niedersäsischen Parlament gelogen hat, als er Geschäftsbeziehungen zu Herrn Geerkens bestritt, obschon ein Kreditvertrag mit Frau Geerkens bestand, an dessen Ausgestaltung Herr Geerkens maßgeblich beteiligt war...

In diesem Fall tut es gut, sich einmal dem grundsätzlichen Rechtsgeschäft zuzuwenden, statt sich auf die Details zu stürzen. Kurz zusammengefasst:
  • Die (neue) Familie Wulff hat sich in Großburgwedel ein Einfamilienhaus für 415.000€ gekauft.
  • Ursprünglich finanziert wurde dieses Geschäft durch einen Privatkredit über 500.000€ von Frau Geerkens an die Wulffs.
  • Der Privatkredit war unbesichert. Es wurde keine Grundschuld für das Haus eingetragen.
  • Der Zinssatz betrug 4%.
  • Monatlich überwiesen die Wulffs 1666,66 €. Das entspricht nur den Zinsen. Eine Tilgung ist nicht dokumentiert.
  • Der Kredit wurde dann später bei der BW Bank (Tochter der LBBW) vollständig abgelöst, mit nochmals niedrigeren Zinsen, dafür aber wohl mit Grundschuld. Der Kreditrahmen bei der BW Bank beträgt jetzt 520.000€.
  • Der Zinssatz ist variabel und richtet sich nach den Geldmarktzinsen.

Donnerstag, 1. September 2011

Mietfrei im Alter

Dank der langjährigen Arbeit in Büros leide ich mit knapp 35 Jahren an Rückenschmerzen. Ich war beim Orthopäden, der verschrieb mit Physiotherapie und jetzt habe ich Hausaufgaben: Übungen zur Stärkung der Rückenmuskulatur. Und weil ich noch viele weitere Jahre im Büro am Schreibtisch arbeiten will (und muss), mache ich die ausgesprochen fleißig.

Parallel läuft bei mir dabei der Fernseher. Umschalten ist etwas schwierig, während man Katzenbuckel, Pferderücken macht, so kam ich diese Woche in den Genuss eines Wiso Beitrags zum Immobilienmarkt. Das Thema beschäftigt mich schon länger und von Wiso versprach ich mir einen interessanten Beitrag, der zumindest Pro und Contra abwägt. Pustekuchen, Immobilienexperten und Makler reichten sich die sprichwörtliche Klinke in die Hand.

Ein Experte führte drei Gründe für die gute Immobilienentwicklung an, die ich hier einmal aufgreifen will:
  1. Die deutschen Preise seien im internationalen Vergleich zu niedrig.
  2. Zinsen seien günstig, wenn nicht jetzt, wann dann?
  3. Man könne mietfrei im Alter leben. 

Montag, 31. Januar 2011

Wege zu XY

Man nehme eine Ideologie der Vergangenheit. Man gründe eine Partei, die sich explizit auf diese Ideologie beruft, sich die XY'isten nennt und ignoriere fleißig alle Hinweise, dass diese Ideologie in Reinform nicht zur Realität passt. Alle Fehler werden nicht als Scheitern der Ideologie begriffen, sondern als Bestärkung den Kurs fortzusetzen. Nicht ein zu viel, sondern ein zu wenig dieser Ideologie ist das Problem.

Nein, die deutschen Postsozialisten von Der Linken und Gesine Lötzschs ziemlich harmloser Kommentar zum Kommunismus sind nicht gemeint (Die Wege zum Kommunismus können wir nur finden ...). Die Linke mag auf Parteitagen und in ihrer Hauspostille Marx verklären und für die Zukunft die klassenlose Gesellschaft einfordern. Für mich ist das nostalgisches Schattenboxen. Wir leben nicht im Kommunismus und mit hoher Wahrscheinlichkeit werden wir das auch in Zukunft nicht, jedenfalls so lange nicht, wie man höhere Steuern nicht mit Kommunismus gleichsetzt.

Wir leben in einer Marktwirtschaft, die maßgeblich vom Liberalismus geprägt wird. Wenn sich unsere Medien also auf eine Ideologie einschießen wollen, dann doch die, die aktuell wirklich Schaden anrichtet. Damit meine ich nicht nur die Bankenkrise, die einmal wieder die Grenzen der Märkte illustirert. Es reicht sich in Nigeria die Umweltschäden der (hochprofitablen) Ölindustrie vor Augen zu führen. Oder das Revival von Arbeitsbedingungen, die wir - auch dank Marx - im 19. Jahrhundert hinter uns wähnten.

Dienstag, 7. Dezember 2010

Ein Monat wie im Fluge

So ist das mit Metaposts. Ich schreibe übers Schreiben. Und dann schreibe ich einen ganzen Monat gar nicht mehr. Mein Beruf und Privatleben ließen mir wenig Zeit für dieses Hobby.

Heute kurz mal ein paar Gedanken des letzten Monats im Zeitraffer:
  • Oskar Lafontaine und Klaus Ernst haben in Paris im 4-Sterne Etablissement übernachtet, während weitere Linken-Mitglieder mit einem 2-Sterne Hotel vorlieb nehmen mussten. Das ist böse, jedenfalls für manche Parteimitglieder der SED PDS WASG Linken. 4-Sterne sichern einem in Frankreich geräumige 12 m2 zu. Wow. Und ich dachte, die beim Steigenberger wären sparsam. In diesem Sinne: Meine Grüße an Oskar, ebenfalls aus einem 4-Sterne Hotel.
  • Die (Lohn-)Steuer zu Abgaben Verschiebung erhielt diesen Monat wieder einen ordentlichen Schub. Unter dem Motto Steuervereinfachung bringt Schäuble 590 Mio € unter das Volk die Steuerzahler (Bezieher hoher Einkommen). Parallel dazu wurde die Gesundheitsreform à la Rösler verabschiedet, die die Sozialversicherungsbeitragszahler (Bezieher niedriger und mittlerer Einkommen) mit 6 Mrd € belastet und die versammelte Ärzteschaft und Apotheker schont (Bezieher hoher Einkommen). Entlastung kann so gut tun, wenn man oben dran ist.
  • Mit Irland brauchte der nächste Staat Rettungsgelder. Die angloamerikanischen Finanzmarktakteure zelebrieren das Ende des Euros. Und ich denke mir: Meine Güte, in den USA und Großbritannien stünde schon alles still, wenn nicht massiv die Notenpresse Geld drucken würde Eure Notenbanken per Quantitive Easing Staatsanleihen kaufen würden.

Samstag, 6. November 2010

40Stunden Schreibwerkstatt 2.0

Seit einiger Zeit beschäftigt mich die Frage, wie es mit diesem Blog weitergehen soll. Zuerst war das eine Frage, die sich auf den Inhalt des Blogs bezog. Das ursprüngliche Thema des Blogs, Arbeit, war sehr eng gefasst. Relativ schnell gingen mir die Ideen für dieses Thema aus. Ich musste umdenken.

Deshalb habe ich das Thema des Blogs erweitert. Heute würde ich sagen, dass "40Stunden" ein Wirtschaftsblog aus Sicht eines IT-Beraters im Bankensektor ist. Ich schreibe über Unternehmen und Arbeit im Allgemeinen, über Banken und meine Arbeit als IT-Berater im Speziellen, sowie über verwandte Themen wie Management, Beratung, das Leben als Handlungsreisender, die Deutsche Bahn und Politik. Dieses unscharfe Profil ist für mich inhaltlich ergiebiger als die ursprüngliche Beschränkung auf das Thema "Arbeit".

Auf die inhaltlichen Probleme folgten die zeitlichen. Grob geschätzt kostet mich ein Blogpost drei Stunden, teilweise auch deutlich mehr. Meine Zielmarke ist ein Post pro Woche. Für ein Hobby ist der zeitliche Aufwand groß, besonders zusätzlich zu meinem Arbeits- und Reisestress.

Ich fragte mich also: Warum machst du das eigentlich?

Nach mehr als zwei Jahren als Blogautor würde ich die Frage wie folgt beantworten:
  • Ich habe Spaß am Schreiben.
  • Ein (Web-) Tagebuch zu pflegen, hilft mir, meine Gedanken zu ordnen.
  • Ich freue mich über den Zuspruch von außen.
Der Zuspruch ist klein, aber existent. Bei einigen Blogs bin ich auf der Blogroll. Der Blicklog greift ab und an Posts von mir für seine Presseschau auf und hat mich auch in der Mindmap deutscher Wirtschaftsblogs erfasst. Einige Leser sprechen mich auf einzelne Posts an, andere nutzen die Kommentarfunktion oder bewerten Posts mit einer Reaktion (Lustig, Interessant, Langweilig, Falsch). Quantitativ stagniere ich seit einiger Zeit bei 500 Besuchern pro Monat. Für die RSS-Abonnenten kann ich ein beständiges Wachstum feststellen. Ich bin mit dem Feedback zu meinem Blog "40Stunden" zufrieden.

Unzufrieden bin ich mit der sprachlichen Qualität meiner Posts. Wie ich aus persönlichen Gesprächen weiß, werden manche meiner Posts nicht verstanden. Häufig habe ich zudem den Eindruck, immer wieder auf die gleichen Formulierungen zurückzugreifen.

In näherer Zukunft werde ich einzelne Posts überarbeiten und unter Version 2.0 erneut veröffentlichen. Wenn Ihr also einen Blogtitel wie Abgaben und Steuern 2.0 seht, ist das ein überarbeiteter Artikel und keine Post-Schinderei. Wer Lust hat, mir hierzu Feedback zu geben, kann dazu weiterhin a) Reaktionen erfassen (Buttons unter jedem Blogpost), b) Kommentare verfassen oder c) mir mailen (40stunden@googlemail.com).

Überarbeitet am 14.11.2010.

Montag, 25. Oktober 2010

Abgaben statt Steuern

Man könnte sie als harmlosen Taschenspielertrick betrachten, die Chuzpe, mit der unsere Politiker zwischen Steuern und sonstigen Abgaben unterscheiden. Motto: Steuern sind böse, Abgaben hingegen nicht so wild.

Als aktuelles Beispiel sei hier auf die Einführung der Haushaltssteuer Haushaltsabgabe ab 2013 verwiesen für die Finanzierung der öffentlichen Rundfunkanstalten. Ebenfalls frisch aus dieser Legislaturperiode stammt eine saftige Erhöhung der Krankenkassenbeiträge und das Ende der solidarischen Finanzierung der Krankenkassen. Weder Haushaltsabgabe noch Sozialversicherungsbeiträge sind Steuern.

Denn Steuern zeichnen sich dadurch aus, dass der Staat keine direkte Gegenleistung für sie erbringen muss. Sie wandern als Gesamtposten in den Haushalt und werden dann für die Finanzierung der Staatsausgaben verwendet. Man spricht hier vom Gesamtdeckungsprinzip. Wenn man also Schlagzeilen wie "Tabaksteuer rauf, Ökosteuer runter -Regierung schont die Industrie und schröpft die Raucher" ließt, weiß man, dass es sich formal um zwei unabhängige Posten handelt. Im Gegensatz dazu sind Einnahmen aus sonstigen Abgaben zumeist zweckgebunden. Die Krankenversicherungsbeiträge finanzieren das Gesundheitswesen und die Rundfunkgebühren den öffentlichen Rundfunk.

Donnerstag, 21. Oktober 2010

Prüfung logistisch unmöglich

Die amerikanische Hypothekenkrise treibt immer neue, amüsante Blüten. Dieser Tage geht es um den leidigen Papierkram. Stellt sich heraus, dass die Zwangsvollstreckungen gegen säumige amerikanische Häuslebauer in vielen Bundesstaaten nicht den juristischen Anforderungen entsprechen. Denn dort gilt: Der Kläger bzw. sein Mitarbeiter muss den Papierkram adäquat prüfen, mit dem er die Zwangsvollstreckung vor Gericht einleitet. Und dies auch in der Klage per Unterschrift bezeugen.

Statt nun Zeit und damit Geld zu investieren, den Rechtsweg einzuhalten, ließen Banken und ihre Dienstleister die Papiere im Akkord prüfen unterschreiben durch Niedriglöhner mit vorherigen Berufsstationen in der Haarpflege oder bei Walmart. Einzelne Mitarbeiter berichten von 750 Räumungsklagen pro Woche, die sie unterschreiben mussten. Macht 150 Klagen am Tag, 18,75 Klagen pro Stunde bzw. alle 3,2 Minuten eine. Logistisch augescheinlich unmöglich.

Die Banken winden sich. Die Schuldner wären ohne Frage säumig und die Zwangsvollstreckung samt Räumungsklage damit richtig und rechtens. Solche Petitessen wie Formfehler, wo kämen wir denn hin? Prinzipell gehe es auch nicht an, welche bürokratischen Lasten der Staat den dynamischen Banken hier auferlegt.

Jetzt weiß sogar ich, dass Recht haben und Recht bekommen zwei paar Schuhe sind. Ich ärgere mich z.B. maßlos darüber, dass in Deutschland nicht effektiv gegen Mobbing vorgegangen wird. Auch gibt es immer noch verdammt viele Photographen, die ihr Geld mit Bewerbungsphotos verdienen. Ist halt so. Und weil ich weder die Mittel habe, mir einen guten Anwalt zu leisten, noch selbst Jurist bin, muss ich mit den vielen Ungerechtigkeiten dieser Welt leben

Mittwoch, 13. Oktober 2010

Kaputte Preise im Bankensektor

Immer wenn ich mal wieder eine inhaltliche Durststrecke befürchte (zu viel zu tun und zu wenige Ideen), spielt Martin Hesse von der Süddeutschen meinen Retter in der Not. So auch diese Woche, wo er sich dem anstehenden Verkauf der IKB widmet: Der große Ausverkauf.

Wir erinnern uns: Der ehemalige Mittelstandsfinanzierer IKB war mit Juniortranchen im amerikansichen Hypothekenmarkt unterwegs und hat dabei sehr viel Geld verloren. Zum Überleben brauchte die IKB mehrere Kredite vom Staat sowie eine Kapitalerhöhung. Diese wurde im August 2008 durchgeführt. Hauptkapitalgeber war die kfw, des Bundes seine Bank. Insgesamt investierte die kfw 1,25 Mrd €. Zwei Monate später verkaufte die kfw dann ihre Anteile für 137 Mio € an Lonestar. Grob ein "Verlust" von 90%. Peer Steinbrück, einfach großartig!

Lonestar möchte nun verkaufen. Die Bank sei besenrein und die Gewinnzone in spätestens drei Jahren erreicht. Und die boomende Wirtschafsnation Deutschland brauche Kredit. Alles Gründe, die eine Bank wie die IKB attraktiv machen.

Martin Hasse nutzt nun die Gelegenheit, seine in meinen Augen wirklichkeitsferne Wahrnehmung von Banken darzulegen:
"Die Banken sind entweder zu klein, wie die IKB, oder haben kein ausgereiftes Geschäftsmodell, wie die WestLB. Manchen mangelt es sowohl an Größe als auch an einer guten Strategie."
Zu kleine Banken ist immer so ein Stichwort. Banken müssen groß sein, damit sie ... Ja, warum eigentlich? Viele Sparkassen oder Genossenschaftsbanken sind klein und profitabel. Auch die klassische Privatbank à la Berenberg kann in ihrer Nische Geld verdienen. Allgemein gibt es bis dato keinen Beweis davon, dass eine Volkswirtschaft von "großen" Banken profitiert, z.B. in Form niedrigerer Kosten. Ganz im Gegenteil: Es heißt schließlich too big to fail, was den Steuerzahler (IKB, HRE, BayernLB, ...) bereits ordentlich Geld gekostet hat.

Dienstag, 5. Oktober 2010

Kost und Logis für Kerviel

Das Urteil ist raus: Jérôme Kerviel soll fünf Jahre in den Knast. Außerdem soll er die fünf Mrd Verlust an Soc. Génerale "zurückzahlen", die er durch seinen munteren Derivatehandel produziert hat.

Von den fünf Jahren Knast sind zwei auf Bewährung ausgesetzt. Zusätzlich dürfte die Untersuchungshaft angerechnet werden (knapp ein Jahr). Bleiben zwei Jahre Knast. Ohne Einkommen. Unterstellen wir einen risikofreien Zins von 5%, laufen während der Haft 500 Mio € zusätzliche Schulden auf... Gibt es einen französischen Peter Zwegat?

Die gute Seite der Urteils: In Frankreich dauert eine Privatinsolvenz ein Jahr (falls möglich). Sprich: Für die Zeit seiner Privatinsolvenz ist für Kost und Logis gesorgt. Dem französischen Staat sei dank.

Mittwoch, 29. September 2010

Barwert und Bargeld

Wer sich mit den Feinheiten des Bafögs beschäftigt, kommt nicht umhin zu erkennen, dass es viele Studierende gibt, die Bafög brauchen, es aber nicht bekommen. Klassiker sind der zu spät erfolgte Studienfachwechsel oder die Eltern, die nicht zahlen wollen, was sie gemäß Sozialgesetzbuch zahlen sollen.

Ebenfalls spannend ist der Umgang mit Vermögenswerten. Ein Bekannter von mir hat in seinem Studium kein Bafög erhalten, weil er über vermeintliches Vermögen in Form eines Hauses verfügte. Dieses Haus gehörte seiner Großmutter, sie hatte es ihm und seinem Bruder überschrieben. Sich selbst hatte die Großmutter natürlich ein lebenlanges kostenfreies Wohnrecht zugestanden. Damit stellte das Haus zwar Vermögen dar, aber eben in der Zukunft.

Diesem zukünftigen Vermögen lässt sich selbstverständlich ein heutiger Wert zuweisen. Dazu braucht es keine große finanzwirtschaftliche Hexerei; die Invertierung der Zinses-Zins-Formel reicht völlig. Man spricht dann vom Diskontieren und was man erhält ist der Barwert (Present Value):
  • Barwert = Wert / (1 + r) ^n
 Dabei bedeutet:
  1. r ist der Finanzierungszinssatz.
  2. n entspricht der Lebenserwartung seiner Großmutter.
  3. Der Wert ist der zukünftig zu erzielende Verkaufspreis der Immobilie. 
Füllt man nun die Formel mit Werten (r=5%, n=20 Jahre, Wert=300.000€), kommt man zu einem Barwert von 113.066,84€. Für ihn macht das also 56533,42€ statt 150.000€ (sein Vermögen wurde fast gedrittelt). Damit hätte er immer noch kein Bafög bekommen, ganz abgesehen davon, dass das Studentenwerk sich die Mühe gar nicht gemacht hätte.

Montag, 20. September 2010

Deutsche Pfandbriefbank: 40 Mrd sind auch ein Statement

Dank der Finanzkrise wird mir immer wieder mein fehlendes Gespür für Ironie und Sarkasmus vor Augen geführt. Immer wieder lese ich Artikel in deutschen Qualitätszeitungen, wo ich baff davorstehe und mich frage: Meinen die das wirklich ernst? Das muss einfach ein Witz sein.

Heute kommentiert die FTD die Boni der Deutschen Pfandbriefbank. Die FTD verwendet immer noch den alten Konzernnamen Hypo Real Estate (HRE), der schon seit über einem Jahr nicht mehr gültig ist. Personalabteilungen sind da weniger nachsichtig als das Ressortlektorat.

Grundtenor des Kommentars: Die Summen seien vernachlässigbar, arbeitsrechtlich geboten und generell notwendig, um gute Mitarbeiter zu halten:

"Denn gerade ein Institut wie die HRE braucht gute Mitarbeiter, und die gibt es nicht zu Magergehältern. [...] [D]er Bonus war vielen der 1400 Begünstigten ursprünglich ohnehin per Arbeitsvertrag zugesichert worden. [...] [Z]umal sich rein rechnerisch pro Kopf die nicht gerade exorbitante Summe von knapp 18.000 Euro ergibt." [FTD: Sinnvoller Bonus für die Müllmänner von der HRE]


Man könnte sich schon an den "nicht gerade exorbitanten" 18.000 Euro aufhängen. Bei mir (Akademiker mit mehreren Jahren Berufserfahrung) wären 18.000€ mehr als Dreimonatsgehälter, sprich "exorbitant". Wie es in der Redaktion der FTD aussieht, weiß ich nicht.