Samstag, 10. Januar 2009

Rund ums Gehalt I: Grundgehalt und Boni

Statt an Spesen und Reisekosten rumzufummeln, kann man sein Gehalt sehr viel direkter aufbessern:

Nämlich dadurch, dass man mehr Gehalt bekommt.

Leider bin ich beim besten Willen kein Fachmann für dieses Thema, eher ein schrecklicher Dilletant. Und gerade deswegen beschäftige ich mich aktuell verstärkt mit dem Thema. Und was mir dabei auffiel, war, dass es gar nicht so einfach ist, zwei Gehälter gegeneinander zu halten, insbesondere in der Beratung. Deswegen möchte ich nur kurz ein paar Punkte darlegen, anhand derer ich versuche, mir etwas Orientierung zu verschaffen.

Zuallererst steht das Grundgehalt. Manche geben das Monatsgehalt an, andere das Jahresgehalt. Mal 12 zu multiplizieren ist bei krummen Beträgen nicht komplett einfach, so dass es sinnvoll ist, sein Zielgehalt sowohl als Jahres- als auch als Monatsgehalt präsent zu haben.

Der nächste wichtige Punkt ist das, was man klassisch das Dreizehnte Gehalt nennt: Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld, Erfolgsbeteiligung, Boni, Prämien, Tantiemen, Provisionen, Schmiergelder, Aktienoptionen, ...

In vielen Betrieben sind die Leistungen freiwillig und variabel, um dem Betrieb in schlechten Zeiten etwas Spielraum zu geben. Beides bedeutet, dass der Bonus extrem schwanken bzw. komplett ausfallen kann, so dass man ihn nicht zum Jahresgehalt zählen sollte. Wenn man ihn ins Jahresgehalt einfließen lassen will, dann sollte man ihn mit einer Ausfallwahrscheinlichkeit gewichten. Eine für mich optimistische Ausfallwahrscheinlichkeit sind 50% (-> Bonus halbieren).

Variable Boni werden häufig mit der Solidarität von Arbeitnehmer und -geber beworben:

In schlechten Zeiten unterstützt du uns, indem du verzichtest. Aber wenn es rund läuft, dann kriegst du auch was vom Kuchen ab.

Das kann sehr irreführend sein, wenn man nicht weiß, auf welcher Basis der Bonus berechnet wird. Welche Kennziffern fließen wie ein? Und welche Erwartungen hat das Unternehmen für einen hohen, einen normalen und einen niedrigen Bonus?

Bei meiner Firma ist es so, dass wir für verdammt gute Geschäftsjahre 1,2 Monatsgehälter "Erfolgsbeteiligung" gekriegt haben. Dieses Jahr liegt der Bonus bei 0,7 Gehältern, obwohl auch 2008 ein gutes Geschäftsjahr war. Im Mittel schwankt der Bonus um eins. Zum Vergleich: Bei meinem Ausbildungsbetrieb, der bedeutend weniger Geld verdient hat, hieß das einfach Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Eine echte Erfolgsbeteiligung sollte im Erfolgsfall deutlich höher als ein Gehalt ausfallen (>= zwei Monatsgehälter).

Eine weitere wichtige Frage bei Boni ist, inwiefern die eigene Leistung den Boni beeinflusst. Es ist häufig sehr unbefriedigend, wenn man selbst oder die eigene Abteilung ein super Jahr hatte, aber die Gesamtsituation des Unternehmens als Vorwand genommen wird, den eigenen Bonus zu kürzen. Eine Metrik, die häufig in Boni bei Beratern einfließt, sind fakturierbare Tage. Die haben zwar wenig mit der Qualität der Arbeit zu tun, sind aber im Kern das, was man für Beratungsfirmen leistet.

Man darf das Kleingedruckte bei Boni nicht unterschätzen. In vielen Firmen ist es Usus, Erfolgsbeteiligung erst mit mehreren Monaten Verzögerung auszuzahlen. Die Begründung ist, dass erst dann der Jahresabschluss feststeht. Der nette Nebeneffekt ist, dass man die Mitarbeiterbindung erhöht. Denn wenn man zu diesem Zeitpunkt nicht mehr im Unternehmen ist oder gekündigt hat, findet die Zahlung nicht statt. Man hat also einen Anreiz länger zu bleiben.

Die Bonushöhe ist häufig auch an die Betriebszugehörigkeit im Vorjahr gekoppelt. Fängt man Mitte des Jahres an, kriegt man nur den halben Bonus. Mitarbeiter im ersten und im letzten Jahr bei einer Firma kriegen keinen oder nur einen geringen Bonus.

Ein Beispiel: Max fängt im Juni 2009 bei einer Firma an und bleibt drei Jahre. Die Auszahlung des Bonus ist immer im Mai. Der Bonus wird nur an ungekündigte Mitarbeiter ausgezahlt. Max kriegt:

  • 2010 erhält Max 7/12 des Jahresbonus.
  • 2011 erhält er den ganzen Jahresbonus.
  • 2012 kündigt er im März und erhält keinen Bonus für das Gesamtjahr 2011 und die fünf Monate in 2012.

Insgesmat hat er somit für drei Jahre Betriebszugehörigkeit 19/36 der möglichen Jahresboni gekriegt, was ungefähr der Hälfte entspricht. Ohne dass die Bonushöhe variiert.

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