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Literaturempfehlung und Promotionsverfahren

Am Donnerstag schaue ich nach langer Zeit wieder mal bei "meinem" Lehrstuhl rein, wo ich knapp ein Jahr beschäftigt war. Es soll dort tatsächlich jemand die Promotion erhalten. Das will ich mit eigenen Augen sehen. Und ich war schon lange nicht mehr dort. Parallel dazu hat mir meine Freundin " Der ganz normale Wahnsinn - Vom Umgang mit schwierigen Menschen " geschenkt. Ein tolles Buch. Zum ersten Mal hatte ich das Buch am Lehrstuhl an der Hand und habe das Kapitel über narzißtische Persönlichkeiten gelesen. Mein Prof. war nämlich eine. Von neun DSM IV Kriterien erfüllt er locker sechs. Ein anderer Kollege, der schon deutlich länger dabei war, tippte auf acht. Fünf deuten auf die Störung hin. Eine Episode: Ein Assistent hatte ein Paper erfolgreich bei einer Konferenz untergebracht. Der Prof. hatte das Paper gereviewt. Trotzdem stellte der Professor das Paper als seine Leistung war. Der Assistent hatte ja nur "seine Gedanken" umgesetzt (Kriterium 1: Übertre...

Campen beim Kunden

Unter Beratung und Projektgeschäft versteht man meistens kurzfristig, zeitlich endliche Tätigkeiten. Wer sich dann zB. in IT-Abteilungen großer Banken umsieht, wundert sich, wie viele Mitarbeiter Externe sind und trotzdem schon seit Jahren dabei. Ein Kunde meinte mal zu mir, dass es einen Externen gäbe, der schon seit fast zehn Jahren vor Ort ist. Mit der Zeit verschwinden die Grenzen. Ich bin mit den meisten Internen mittlerweile auf "du". Ich kenne die auch mittlerweile eine Reihe von Externen. Und mein Projektleiter fragt schon die ganze Zeit nach, inwiefern er mich auch bei meiner neuen Firma kriegen könnte. Mein neuer Chef hat deswegen heute auch schon gefragt. Das heißt, ich könnte gut auch noch das nächste Jahr hier vor Ort bleiben, sprich beim Kunden campen. Ich möchte aber nicht. Es ist jetzt bald ein Jahr, dass ich hier vor Ort bin. Wie dargestellt, bin ich nicht im Zentrum der Republik. Der Fahrtweg ist lang und ich bin fernab vom Office. Ich würde ungern in einer ...

Leichtes Geld

Geld zu verdienen beim Schlafen und beim Spazierengehen sind nur zwei Beispiele dafür, wie man für "unproduktive" Tätigkeiten bezahlt werden kann. Für den Berufsanfänger, der noch die eigene Karriere vor Augen hat und der ambitioniert Stunden scheffelt, sind dies keine erstrebenswerten Tätigkeiten. Das Ideal ist ein Job, in dem man aufgeht und bei dem die Stunden, wie im Fluge vergehen. Wo man Stunden scheffelt, weil es halt passiert. Wo man wichtig ist. Wo man Verantwortung trägt. Wo man "voran" kommt. Wo man unersetzbar ist und seine privaten Termine mit dem Job kollidieren. Wo man die Arbeit mit nach Hause nimmt. Wo die Urlaubsplanung schwer ist, weil man nicht abschätzen kann, wann/dass man im Sommer frei hat. Wo das Handy auch am Wochenden klingelt. Wo die Urlaubstage des Vorjahres am 31.3. verfallen, weil man den Urlaub nicht nehmen konnte. Kurz gesagt: Wo man auf dem besten Weg in Richtung Burn-Out ist. Ich muss zugeben, ich musste lachen, als mein letzter K...

Im Schlafen Geld verdienen

In einem Kommentar wurde ich gefragt, wie man im Schlafen Geld verdienen kann. Abgesehen vom dicken Festgeldkonto, das unablässlich seine Zinsen sprudeln lässt, oder der Teilnahme an pharmakologischen Studien bietet sich dem Berater eine sehr viel einfachere Möglichkeit: die Reisezeit. Meine Reisezeit wird bezahlt. Und ob ich während der Zeit wach bin oder schlafe, macht keinen Unterschied. So kommt es, dass ich am Montag 3h "arbeite", während ich in der Bahn kauere und schlafe. Spazierengehen ist aber die sehr viel nettere Alternative.

DAX Absurd

Wenn ich mir heute den DAX anschaue, frage ich mich, ob ich die gleichen Nachrichten lese, wie die Akteure an den Börsen. Der DAX steigt , die Wirtschaftsnachrichten werden schlechter . Das verstehe, wer will.

Vermeidung von "Kommunikation"

Eine Bekannte erzählte mir dieses Wochenende von einem Problem. Sie sitzt an ihrer Promotion und zwei Kollegen plus Professor sind an ihrem Projekt beteiligt. Die Auswertung ihrer Daten ist nicht trivial. Ihre Kollegen und ihr Professor sind hierbei nur bedingt von Hilfe. Diese Woche hat sie auf einem internen Vortrag einen Mitarbeiter eines anderen Lehrstuhls gefunden, der ähnliche Experimente bereits durchgeführt und ausgewertet hat. Sie bat ihn um Hilfe. Wie das in der Wissenschaft so ist, impliziert "Hilfe" Autorenschaft. In diesem Fall kann diese Implikation durchaus angemessen sein, nämlich dann wenn der Kollege einen signifikanten Beitrag leisten kann. Ihre Befürchtung ist nun, dass ihre Kollegen sich dagegen sperren, einen neuen Autor mit ins Boot zu holen. Prozessual kann man ihr vorwerfen, die Einladung ausgesprochen zu haben, bevor sie sich mit ihren Kollegen abgesprochen hat. Inhaltlich wird ihr mindestens ein Kollege vorwerfen, dass er das ja genau so gut beherrs...