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Die 41-te Stunde

Machen wir uns nichts vor: 40 Stunden sind eine verdammt lange Zeit, wenn es wenig zu tun gibt. Oder andersherum: 40 Stunden sind viel zu wenig Zeit, wenn alle Projektampeln auf Rot stehen und man sowieso nicht fertig wird. In beiden Situationen gilt es, seine 40h Wochenarbeitszeit effektiv einzusetzen. Dieser Effektivität ist dieser Blog gewidmet.

Die Idee zu diesem Blog stammt aus einem Gespräch, das ich letzte Woche bei Freunden führte. Es ging darum, wie unbefriedigend es ist, einen volle Stelle zu haben und nur eine halbe wirklich zu arbeiten. Was zuerst banal erscheint, ist alles andere als das. Jeden Tag auf der Arbeit 4 Stunden rumzubringen, ist äußerst anstrengend und stressig.

Eine Möglichkeit damit umzugehen, ist es, durch den Betrieb zu laufen und die Kollegen um Arbeit anzuhauen. Nur leider ist es so, daß wenn man selber nichts zu tun hat, das gleiche auch für die Kollegen gilt. Der Effekt ist dann im guten Fall, daß man keine Arbeit kriegt, weil die Kollegen nichts abzugeben haben. Im schlechten Fall nutzen die Kollegen einen aus und geben alle blöden Aufgaben weiter. Am Ende der Woche ist man frustriert.

Mein Vorschlag: Rationiere deine Arbeit.

Wenn ich nur Arbeit für 4h habe und trotzdem 8h auf der Arbeit sein muß, dann muß ich mir die Arbeit über die vollen 8h einteilen. Statt alle Arbeit gleich morgens zu erledigen, lasse ich die Arbeit erst einmal liegen. Ich arbeite nie mehr als 30 Minuten am Stück, um die folgenden 30 Minuten anderweitig zu verbringen, z.B. mit Surfen. Das hat verschiedene Vorteile: Wenn einer fragt, womit ich gerade beschäftigt bin, dann habe ich immer was zum Vorzeigen. Wenn ich gerade die Lust verspüre, für mein Gehalt eine Gegenleistung zu liefern, ist immer noch Arbeit da. Und wer schon mal versucht hat, mehr als eine Stunde am Stück mit Surfen rumzubringen, versteht, daß es sinnvoll ist, auch mal Pausen vom Surfen zu machen.

Jetzt kann man einwenden, daß Voraussetzung für diese Herangehensweise ist, daß niemand weiß, wie lange ich für eine Aufgabe brauche. Das stimmt. Und wie das geht, dazu später mehr. Ach ja, diesen Blog schreibe ich im Hotelzimmer nach meiner Arbeit, also in der 41.-ten Stunde.

Kommentare

  1. "Falls es mal mehr Arbeit als Zeit geben sollte wäre vielleicht die 4-Stunden-Arbeitswoche http://www.fourhourworkweek.com/ für Dich interessant.

    Ansonsten ist mein Surf-Tipp für heute http://in80tagenumdiewelt.eu/. Da kannst Du auch erfahren, dass ich von den zwei Monaten, die ich für das Schreiben meiner Diplomarbeit Zeit hatte, nicht nur viel Zeit auf das Lernen von LaTeX sondern auch auf die Gestaltung meines Reisetagebuches verwendet habe.

    Cheers Mate"

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