Freitag, 14. November 2008

Fehlendes Arbeitsgerät

Um Arbeit loszuwerden, ist es eine gängige und nützliche Argumentation, daß einem ein notwendiges Arbeitsgerät fehlt. Z.B. kann man sagen: "Die Softwareinstallation des Arbeitsplatzrechners ist ein Witz. Ich brauche Photoshop. Vor Wochen habe ich das bei der IT bestellt. Aber bei denen passiert einfach nichts."

Diese Argumentation funktioniert wunderbar ab einer gewissen Organisationgröße und der damit einhergehenden Arbeitsteilung. Mit der Arbeitsteilung sind klare Verantwortlichkeiten verbunden. Alles außerhalb der eigenen Verantwortlichkeiten wird nicht bearbeitet, sondern an die verantwortliche Abteilung adressiert. Dieses Verhalten ist häufig explizit von den Chefs gefordert, weil Verantwortung immer auch mit Risiko für sie verbunden ist.

Problematisch an dieser Argumentation ist, daß sie schnell langweilt. Ich hatte mal einen Kollegen, der bei allem meinte, sein PC wäre völlig unzureichend. Während er anfangs mein Verständnis hatte, konnte ich es irgendwann nicht mehr ernst nehmen. Mit etwas Kompromissbereitschaft und Eigeninitiative fand man meistens eine Umgehungslösung: Man kann auch mit Windows Paint Bilder zuschneiden.

Als Berater ist diese Argumentation ohnehin gefährlich. In vielen Kontexten muß man mit den Arbeitsmitteln arbeiten, die einem der Kunde stellt. Ja, der VI ist Hölle, aber er ist eben da. Und gerade in kleinen Teams und Projekten fällt es extrem auf, wenn der eine mit seinem PC klarkommt und der andere die ganze Zeit über alles mögliche mault.

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