Mittwoch, 7. Januar 2009

Berater-Weisheiten II: Reisekosten

In Beraterwissen I schrieb ich ausführlich über die Verdienstmöglichkeiten des Beraters dank Spesen. Heute möchte ich mich den Reisekosten widmen. Auf den ersten Blick erscheint dies als ein Thema, wo keine Verdienstmöglichkeiten drin sind, aber mit etwas Erfindungsreichtum und Eigeninitiative gibt es auch hier Mittel und Möglichkeiten...

Wenn man über Reisekosten und Geld nachdenkt, muss man zuallererst bedenken, dass Reisekosten ab der eigenen Haustür gezahlt werden. Man hat also keine Kosten für den Arbeitsweg. In meinem Fall (Extrempendler) sind das ~200€ pro Monat Ersparnis, mit Pendlerpauschale 120€. Ich habe also 120€ netto zusätzlich im Monat. Und ich reduziere meinen Stress mit der Steuererklärung.

Eine banale Möglichkeit vom Reisen zu profitieren sind Bonusprogramme. Hotels, Fluglinien, Autovermieter und die Deutsche Bahn haben alle eigene Programme. Die meisten Programme lohnen sich nur sehr langfristig: Wer ein paar Inlandsflüge im Jahr macht, braucht sich nicht groß um Flugmeilen zu kümmern. Mein aktueller Stand:

  • Bei meiner Hotelkette habe ich mittlerweile ~ 3-4 Übernachtungen in Bonus-Punkten gesammelt.
  • Bei der Bahn bin ich knapp unter 2.000 Punkten, was 2000€ Umsatz entspräche und eine Freifahrt 1. Klasse ermöglichen würde.

Finanziell ist das nicht erquicklich. Wichtiger an den Bonusprogrammen sind die Levels, die man erreicht. In meinem Hotel kriege ich dank meines Status immer ein Riesenzimmer und werde per Namen begrüßt. Auf die 2000 Bahn.bonus Punkte freue ich mich, weil ich dann Bahn.comfort Kunde bin und in die Lounge komme.

Wer aktiv Punkte sammeln will, sollte kontinuierlich die Buchungen überprüfen und auf Sonderaktionen achten. Z.B. gibt es bei Hotels häufig Multiplikatoren auf die Punkte innerhalb bestimmter Zeiträume, z.B. in der Nebensaison. Im Januar gibt es in meinem Hotel 3x so viele Punkte wie normal.

Das Punktesammeln wird von einigen Firmen eingeschränkt. Manche haben Reise-Abteilungen, die sich um die Reisen kümmern und so die Punktesammlerei verhindern. Alternativ gibt es spezielle Firmenraten bei Hotels. Wenn man Firmenrate bucht, kriegt man keine Punkte für die Übernachtung. In meinem Fall ist das aber egal: Ich kann frei buchen, und weil mein Hotel billiger ist als das mit Firmenrate, kann mir da auch keiner einen Vorwurf machen.

Jetzt aber die Frage, wie man mit Reisekosten Geld verdienen kann? Diesbezüglich habe ich viel von Kollegen K gelernt. Zwei Möglichkeiten gibt es: Kilometerpauschale und Privatübernachtung.

Wer fliegt oder Bahn fährt, hat keine Möglichkeit Zusatzgelder zu verdienen. Das Auto hingegen hat Potenzial, aber nur dann, wenn es das eigene ist. Der Trick besteht darin, dass man nicht nur den Sprit bezahlt bekommt, sondern auch eine feste Pauschale pro Kilometer (30 Cent) erhält für die Fix- und Verschleißkosten. Wer ohnehin ein Auto hat, kann es so subventionieren. Nach Aussage von Kollege K reicht es sogar, um die Tilgung etc. zu decken, so dass man am Ende sein eigenes Auto durch Fahrten für die Firma bezahlt.

Wer mit Auto unterwegs ist, kann außerdem noch was fürs Klima tun und Mitfahrer mitnehmen. Gerade die typischen Geschäftsstrecken sind äußerst gefragt. Wenn man zwei Leute pro Strecke für 20€ mitnimmt, sind das 80€ netto pro Woche Zusatzverdienst; Sprit und Verschleiß (s.o.) sind ja ohnehin bezahlt.

Die andere Möglichkeit aus Reisekosten Geld zu machen, sind Privatübernachtungen. Eine Privatübernachtung macht 20€. Bei 16 Übernachtung pro Monat sind das 320€ im Monat. In meinen Augen ist das in den meisten deutschen Großstädten zu wenig, um sich eine eigene, billigere Wohnung zu nehmen und die Differenz einzustreichen. Wäre ohnehin melderechtlich kritisch. Lohnend wird die Privatübernachtung erst, wenn man im Ausland aktiv ist. Dort werden höhere Pauschalen pro Eigenübernachtung gezahlt, so daß man teilweise günstiger im Hotel schläft, insbesondere wenn man privat nachverhandelt.

Alternativ kann man auch beim Kumpel auf der Couch pennen. Oder bei den Eltern. Kritisch ist das insofern. als dass die Pauschale von 20€ nur gewährt werden darf, wenn dem Arbeitnehmer tatsächlich Kosten entstanden sind. Kontrolliert aber keiner...

1 Kommentar:

  1. Ach herrlich, immer wieder eine Freude von Dir zu Lernen.

    Tipp 1: Kleines Abendessen im Hotel: Heute, Fruchtjoghurt!

    Man kaufe eine Banane, einen Apfel und einen halben Liter Nathurjoghurt und frage im Hotel dann nach dem nötigen Besteck um die Früchte kleinzukriegen. Joghurt öffnen, zwei Löffel essen, dann Früchte schnibbeln und reinmachen. Fertig ist das gesunde, kleine Abendessen für ca. 1,50 Euro.

    Tipp 2: Kostenloses Abendessen.

    Hat man z.B. bei der Starwood Gruppe den Platinum Status erreicht, so bekommt man in einigen Hotelketten Zugang zur Platinum Lounge. In dieser wiederum gibt es immer kostenlos was zum Snacken. ;-)

    Best Grüße vom SuperLazyBanker

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