Montag, 12. Januar 2009

Rund ums Gehalt III: Geldwerte Leistungen

Neben der Altersversorgung kann es weitere geldwerte Leistungen geben, die man von seinem Betrieb erhält. Klassiker sind das eigene (bzw. geleaste) Auto oder das Handy. Mit etwas Nachdenken bin ich auf folgende Gebiete gekommen:

  • Kommunikation: Handy, UMTS-Karte, Blackberry
  • Mobilität: Auto, Bahncard, ÖPNV-Tickets
  • Betriebserzeugnisse oder -leistungen

Bei geldwerten Leistungen ist immer zu bedenken, ob man die Leistung wirklich braucht. Zudem muss man sich immer anschauen, was mit den Leistungen als Gegenleistung verbunden ist.

Am Kommunikationsleistungen lässt sich das gut illustrieren, insbesondere am Handy, dessen Gewinn-Verlust-Verhältnis ziemlich mies ist. Jeder hat ohnehin ein Privathandy. Man kann auf seinem Diensthandy zwar in Maßen privat telefonieren. Dafür ist man jetzt dauerhaft für den Betrieb erreichbar. Und man schleppt ein zweites Handy mit sich rum. Beim Blackberry stellt sich der Handel ähnlich mies dar. Man kann zwar zusätzlich surfen und E-Mails checken. Aber man erhöht noch einmal seine private Erreichbarkeit, weil E-Mails direkt empfangen und bearbeitet werden können. Die beste Leistung im Kommunikationsbereich ist für mich die UMTS-Karte, weil hier nicht zwangsläufig ein Eindringen der Arbeit in die Privatsphäre stattfindet. Den möglichen finanziellen Ertrag von Kommunikationsmitteln würde ich auf maximal 50€ im Monat tippen.

Im Mobilitätsbereich ist im Vergleich dazu mehr zu holen. Eine Bahncard kostet 200€ im Jahr, so dass sich hier 16€ pro Monat einstreichen lassen. Lohnender ist das ÖPNV-Ticket. Hier sind locker 50-100€ im Monat drin. Wenn man den ÖPNV und die Bahn nutzt.

Am meisten Geld ist im Auto. Ab einem gewissen Level wird der Betriebswagen als fester Gehaltsbestandteil ausgewiesen und eine Umwandlung der Sachleistung Auto in einfaches Gehalt ist meist nicht möglich. Alternativ bieten viele Firmen eine Bruttolohnumwandlung, wo das Gehalt reduziert wird und man im Gegenzug einen Dienstwagen erhält. Die Firma profitiert auf unterschiedliche Weise von Dienstwagen. Sie kann Sozialabgaben sparen, da der Dienstwagen nur versteuert wird. In Fällen, wo der Wagen für viele Dienstfahrten genutzt wird, kann es günstiger sein, dem Mitarbeiter einen Dienstwagen zu stellen, statt ihm eine Kilometerpauschale zu erstatten (s. Reisekosten). Und sie erhofft sich, durch das Bereitstellen eines Statussymbols statt eines äquivalenten Geldbetrags eine höhere Mitarbeiterbindung.

Für den Mitarbeiter sieht die Rechnung nicht ganz so gut aus. Zuallererst bindet ein Mitarbeiter hier locker mehrere Hundert Euro seines Gehalts in einer Sachleistung. Die Sozialabgaben, die er "spart", haben auch einen negativen Effekt: Sie schmälern die Rente, die er am Ende erhält. Für diejenigen, die gerade über die gesetzliche Rente lachen, sei ein kürzerer Blick auf den 10-jahres-DAX-Chart empfohlen... Das alles unterstellt, dass er ein Auto braucht.

Wenn ein Arbeitnehmer kein Auto braucht, ist das Auto als Teil der Bezahlung ab der Sekunde ein Problem, wo es Teil des normalen Vergütungspakets wird. Bei mir in der Firma gibt es ab dem 3. Level standardmäßig ein Auto. Nur brauche ich es nicht, weil ich keinen Führerschein habe. Und nur um dem Vorwegzugreifen: Ich habe den Führerschein nicht zwischen List und Westerland auf der Fahrt von der Marine-Kaserne zur Disko im Vollsuff verloren (kleiner Seitenhieb). Eine Umwandlung in Gehalt ist afaik nicht möglich, so dass dieser Gehaltsbestandteil äußerst unattraktiv für mich ist. Evt. wäre ja eine Netzkarte drin.

Auch Menschen mit Führerschein müssen vom Dienstwagen nicht profitieren, nämlich dann wenn sie einen guten, neuen Privatwagen haben. Die Verluste eines verfrühten Verkaufs dürfen nicht unterschätzt werden. Der Privatwagen gehört einem selbst, während der Firmenwagen immer bei der Firma bleibt. Schließlich entfällt auch die Kilometerpauschale bei Dienstfahrten...

Am lustigsten, weil am unterschiedlichsten, in der Reihe der geldwerten Leistungen sind Betriebserzeugnisse oder -leistungen. In vielen Betrieben können Mitarbeiter Betriebsprodukte und -leistungen günstiger erwerben. Bei Lush erhalten die Verkäufer einen kräftigen Rabatt. Bei der Lufthansa gibt es Gratisflugtickets für die ganze Familie. Und bei Banken günstige Hypothekenkredite. Allen diesen Leistungen ist gemeinhin, dass sie eine Eigenheit der jeweiligen Unternehmung sind. Das als Geldwert darzustellen ist schwer. Es kann trotzdem nett sein, sich darüber zu informieren. Wer fliegt nicht gerne regelmäßig nach Juneau, Alaska.

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