Dienstag, 3. Februar 2009

Gehaltsfragen VI: Entwicklungsmöglichkeiten und Perspektiven

Wer beim größten europäischen Softwarekonzern in Walldorf anfängt, erhält erst einmal eine sehr ausgiebige Produktschulung. Wer sich mit Schulungen schon mal beschäftigt hat, weiß, dass SAP-Schulungen verdammt teuer sind. Und wer schon mal IT-Berater auf einer Jobbörse gesucht hat, sieht, dass jede zweite Stellenbeschreibung "SAP-Berater" lautet. Selbst wenn SAP nicht so gut zahlen würde, wie sie es tun, wäre es ein sehr gutes Investment, dort zwei Jahre zu arbeiten. Denn die Verdienstmöglichkeiten nach diesen zwei Jahren sind sehr gut.

Während es sich bei den bisherigen Faktoren um mehr oder weniger quantifizierbar Beträge handelte, sind Entwicklungsmöglichkeiten und Perspektiven deutlich schwerer einzugrenzen. Gut, eine SAP-Schulung kostet fünfstellig und bringt einen entsprechenden Gehaltsvorteil. Aber was ist es wert, wenn man fokussiert Projekte im Risikomanagement machen kann? Oder wie soll man seine Chancen in einer kleinen, schnell wachsenden Firma mit flachen Hierarchien beurteilen? Was kann man in zwei Jahren verdienen, wenn man diese oder jene Variante wählt? Um ehrlich zu sein, sind das genau die Fragen, mit denen ich mich aktuell beschäftige.

Wenn man Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten in den Vordergrund rückt, besteht das Risiko, dass sich die Entwicklungsmöglichkeiten nicht einstellen und man dann mit wenig Gehalt dasteht. Bei meiner aktuellen Firma habe ich nicht hart gefeilscht, okay ... gar nicht. Mir ging es darum, Erfahrungen zu sammeln und Methodik aufzubauen. Knapp zwei Jahre später muss ich sagen, dass meine Erwartungen nicht erfüllt wurden. Wir machen das gleiche IT-Dienstleistungsgeschäft wie unzählige andere Firmen auch.

Wer sich wegen Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten für eine Firma entscheidet, sollte sich sehr gut informieren und möglichst konkrete Informationen einfordern. Implizite Annahmen sind schädlich. Stattdessen sollte man offen darüber sprechen, was man sich vorstellt und nachhaken.

Zu guter letzt: Entwicklungsmöglichkeiten und Perspektiven schließen eine gute Bezahlung nicht aus.

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