Dienstag, 10. März 2009

I Create Nothing. I Own.

Letzte Woche habe ich mit Kollegen "The International" gesehen. Plot nach moviepilot.de: "[E]r thematisiert das Verbrechen von Bankern, die global agieren und über Leichen gehen." 

Wer vom Film erwartet, Einblick in die Finanzkrise zu bekommen, wird enttäuscht. Die Verbrechen der Banker beziehen sich nicht auf Insidergeschäfte, Hypothekenbetrug, Schnellballsysteme oder dem Zusammenbrauen von exotischen/toxischen "Finanzprodukten". Stattdessen geht es um handfeste Verbrechen wie Mord und Waffenhandel. Vorbild für den Film ist die Bank of Credit and Commerce International (BCCI). Die BCCI fungierte als Hausbank von Manuel Noriega und der CIA.

Aus filmischer Sicht kann ich die Entscheidung des Regisseurs gut verstehen: Mord und Waffenhandel bieten ein höheres Action/Thriller-Potential als White Collar Crimes. Ich empfinde es dennoch als vertane Chance, nicht auf die aktuelle Situation eingegangen zu sein. Eine weitere vertane Chance: Clive Owen schläft nicht mit Naomi Watts.

Dass es anders geht, zeigt mein Lieblingswirtschaftsfilm Wall Street. Zwei Filmzitate aus einer langen Liste sehr wahrer Aussagen des Films:

"Stop going for the easy buck and start producing something with your life. Create, instead of living off the buying and selling of others." [C. Fox]
"The richest one percent of this country owns half our country's wealth, five trillion dollars. One third of that comes from hard work, two thirds comes from inheritance, interest on interest accumulating to widows and idiot sons and what I do, stock and real estate speculation. It's bullshit. You got ninety percent of the American public out there with little or no net worth. I create nothing. I own." [G. Gekko]
Deshalb: Bevor Ihr The International im Kino guckt, Wall Street auf DVD holen.

1 Kommentar:

  1. Vom Mangel eines Bezuges zur Bankenkrise mal ganz abgesehen, muss ich festhalten, dass The International einfach ein schlechter Film ist.

    Erst kommt er wie ein guter deutscher Krimi daher, sehr realitätsnah, aber sobald der Film sich geographisch nach USA bewegt lässt er stark nach. Die Schießerei im MoMA setzt dem ganzen die Krone auf. Da versucht nun plötzlich ein sehr europäischer Film eine schnelle Hollywood Action Szene zu integrieren. Meiner Meinung nach ist die Szene vollkommen in die Hose gegangen. So lustloses rumgeballer. Das kann Hollywood besser und hätte ein europäischer Film eigentlich gar nicht nötig.

    So genug für heute...

    AntwortenLöschen