Freitag, 10. Juli 2009

Internet für Berater

Ich habe diese Woche zwei Dinge unternommen, um auf der Arbeit ungestört surfen zu können:

  1. Ich habe Firefox so konfiguriert, dass ich möglichst unscheinbar surfen kann.
  2. Ich habe mir privat einen Tchibo UMTS-Stick gekauft.

Was einem beim Surfen bereits aus der Ferne verrät, sind die vielen bunten Schriften, die Bilder und die Videos. Spiegel Online erkenne ich selbst dann, wenn ich 10 Meter entfernt auf den Monitor eines Kollegen gucke, der einen Großteil des Monitors mit seinem Körper verdeckt und der just in diesem Moment das Fenster minimiert. Okay, das plötzliche Minimieren eines Fensters, wenn ein Kollege um die Ecke kommt, ist an sich verräterisch.

Als Antwort auf diese Problematik habe ich verschiedene Einstellungen im Firefox vorgenommen:

  1. Bilder laden ist abgeschaltet.
  2. Alle Plugins, die Mediendateien abspielen, sind deaktiviert.
  3. Ich habe für die Seiten ein Standardformat vorgegeben. Alle Schriftarten verwenden eine kleine Schriftgröße. Alle Schriftfarben stammen aus der Grau-Schwarz-Ecke.
  4. Adblock Plus ist aktiviert.

Mit diesen Änderungen sieht Spiegel online dann so aus:



Der Wiedererkennungswert der Seite ist reduziert. Leider bleiben die Überschriften, die Ränder und das generelle Layout, so dass man gängige Standardseiten wie Spiegel.de immer noch erkennt. Wer dicht davor steht, kann auch einfach den Tab-Reiter anschauen:



Um wirklich privat zu surfen, sollte man lynx installieren. Lynx ist ein Textbrowser, der insbesondere von Sehbehinderten verwendet wird. Alternativ bietet es sich an, einen RSS Reader statt eines Browsers zu verwenden. Meine Vision ist ein Browser, der alle Seiten als Worddokumente darstellt.

Neben den Änderungen an der Darstellung habe ich auch eine Änderung des Zugriffs vorgenommen. Beim Kunden - und hierbei insbesondere bei Banken - privat zu surfen ist so eine Sache. Die Sicherheitsvorgaben bei Banken sind streng und fast alles wird mitprotokolliert.

Auch mit der Firmen-UMTS-Karte ist man nicht besser dran. Auch hier wird man überwacht. Gerade in Zeiten, wo der Restruktutrierungsbedarf steigt, könnte privates Surfen seitens des Arbeitgebers gegen den Arbeitnehmer verwendet werden.

Deshalb bin ich jetzt bei Tchibo. Tchibo bietet einen UMTS-fähigen Internet Stick für 50€ an. Für 20€ im Monat kann man dazu eine Flatrate erwerben. Die Flatrate ist prepaid, es besteht also keine Vertragsbindung. Die Verbindung zum Internet erfolgt über das O2-Netz. O2 hat in Sachen Netzabdeckung und -qualität nicht den besten Ruf. In meinem Fall ist es so, dass ich auf der Arbeit keine UMTS-Verbindung habe, sondern klassische 56k. Die niedrige Verbindungsgeschwindigkeit wird jedoch wunderbar kompensiert durch meine obigen, arbeitsoptimierten Browsereinstellungen. Das bandbreitenfressende Datenvolumen sinkt dramatisch, wenn man auf Bilder und Videos verzichtet.

Der Prepaid-Tarif bietet für mich einen großen Vorteil: Ich kann mir für jeden Monat eine Rechnung geben lassen. Wenn ich - wie aktuell - beim Kunden bin und ich dort nicht ins Internet komme, kann ich ohne Probleme die Monatsrechnung zur Erstattung einreichen. Wie sonst soll ich an Firmenemails kommen oder Informationen nachschlagen? 20€ sind ohnehin nicht die Welt. Wenn ich nicht beim Kunden bin und keine Erstattung bekomme, kann ich mir den Stick auch sparen.

Gegenüber einer Firmen-UMTS-Karte entstehen mir also bei beruflicher Nutzung nur Mehrkosten von 50€. Das ist in meinen Augen tragbar. Besonders wenn man den entscheidenen Vorteil dieser Konstruktion bedenkt. Der Internet Stick und der Vertrag gehören mir alleine. Meine Firma kann also in keiner Weise an Daten zu meinem Surfverhalten gelangen, eine gute Investition, wie ich finde.

1 Kommentar:

  1. Das Problem kenne ich. Im Laden A. gibt es über Anbieter M. umts sogar für 15 Euro. :D
    Ansonsten denke ich da momentan eher über ein schnödes iFon nach... Ob mit oder Telekom ist unklar. Dann könnte ich mir das rumschleppen des PCs noch ersparen...
    Grüsse!

    AntwortenLöschen