Mittwoch, 5. August 2009

Bahnkarma

Meine Freundin hat mir heute versprochen, mich am Bahnhof abzuholen. Sagte sie und schon gab es einen Stellwerksschaden, so dass kein Zug mehr fuhr. Am Ende waren es glücklicherweise nur 20 Minuten Verspätung. Die ganze Sache ist ein schönes Beispiel für Bahnkarma.

Meine Erfahrung als Bahnfahrer ist, dass die Bahn immer dann zu spät ist, wenn man sie "herausfordert". Herausgefordert fühlt sie sich, wenn man einen dringenden Termin hat oder von einer anderen Person am Bahnhof abgeholt wird.

Wenn ich zum Flughafen muss, plane ich daher mindestens einen Zug ein, der ausfallen kann, so dass ich trotzdem pünktlich am Flughafen bin. Mir ist es schon mal passiert, dass zwei Züge in Folge ausfielen. Germanwings zeigte sich kulant und ließ uns noch mit unserem Gepäck mitfliegen.

Wenn ich zu meinen Eltern fahre und mein Vater mich abholen soll, spreche ich nicht mehr von Ankunftszeiten. Sind wir pünktlich, sage ich: "Nach Plan sollten wir um 18h ankommen. Bisher haben wir keine Verspätung."

Sind wir unpünktlich, ist die Prognose einer wahrscheinlichen Ankunftszeit fast unmöglich. Nicht nur, dass man immer noch später kommen kann, sondern man kann auch früher kommen. Es soll ja vorkommen, dass die Bahn etwas Puffer bei Unterwegshalten eingeplant hat, den sie auflösen kann, oder dass der Zug etwas schneller fahren kann als nach Plan vorgesehen. Meine Ansage ist daher immer: "Bisher haben wir 20min Verspätung. Normal wären wir um 18h da. Wann wir wirklich ankommen, weiß ich nicht."

In jedem Fall verweise ich darauf, mich nachher noch einmal zu melden. Man darf das Bahnkarma nicht herausfordern.

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