Montag, 3. August 2009

Ursula und Ursula

Nigeria ist fern, Panzerwagen sind in Spanien schwer verkäuflich und Ullas Dienstwagen ist deshalb wieder da. Ulla ist auch wieder da. Statt in Spanien verbringt Ulla ihren Resturlaub in Deutschland. Alicante oder Aachen, alles egal, fängt beides mit A an.

Eine Zeitung mit A, das Hamburger Abendblatt, hat zu diesem Thema eine andere Ursula befragt. Heißt der Titel noch "Neues Elterngeld hilft den Unternehmen", widmet sich das erste Drittel des Textes der Dienstwagenaffäre. Inwiefern es sinnvoll ist, sich in einem Interview mit der Familienministerin über die Dienstwagenaffäre ihrer Kollegin zu unterhalten, ist mir unklar. Eine Frage hätte in jedem Fall gereicht. Stattdessen sind es acht Fragen (!), die sich der Ulla und ihrem Dienstwagen widmen. Meine Güte.

Das Abendblatt ist bestrebt, sich als Qualitätsblatt zu profilieren. Die Fragen zur Dienstwagenaffäre sprechen Bände. Z.B.:

  • "Ist alles erlaubt, was rechtens ist?"
  • "Hat die Gesundheitsministerin dem Ansehen der Politik geschadet?"
Beide Fragen sind geschlossene Fragen (Antwort nur ja/nein) und beides sind Suggestivfragen.

Immerhin wird Ulla2 die Möglichkeit geboten, kurz dazu Stellung zu nehmen, warum sie sich weigert, ihr Fahrtenbuch offen zu legen. Weil es "viele sensible Adressen enthält". Ich kann mich da nicht einer gewissen stalinistschen inquisitorischen von der Leyen'schen Logik entziehen: Wer nichts zu verstecken hat, muss nichts verstecken.

Die Kritik an den Dienstfahrten der Ulla2 entzündet sich an zwei Punkten. Einerseits kann man die Strecke Hannover-Berlin sehr gut mit der Bahn fahren (300km in 1:40h). Andererseits nutzt Ulla2 für die Fahrten Bonner Dienstfahrer, was teuer ist, da diese die Reisezeiten ab Bonn als Arbeitszeiten bezahlt bekommen und in Berlin natürlich ein Quartier auf Staatskosten benötigen. Wer im Glashaus sitzt... Es ist Wahlkampf.

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