Dienstag, 9. Februar 2010

Meeting-Klaustrophobie

Die Teilnahme an Meetings induziert bei mir langsam eine Art Meeting Klaustrophobie. Man ist in einem engen Raum eingesperrt und hat keinen Einfluss darauf, wie lange man bleiben muss. Stattdessen steuert die Person vorne den Verlauf. Es gibt sehr strenge soziale Normen, was für Verhalten den gelangweilten Zuhörern gestattet ist. Ein Kunde hat mir mal gesagt, ich dürfe keine Notizzettel bekriggeln, das würde Desinteresse signalisieren. Dabei war damals durch meine Wortbeiträge klar belegt, dass ich dem Vortrag inhaltlich gefolgt war. Einem ADHS Kiddy auf Ritalin Entzug hilft es eben, beschäftigt zu sein. Immerhin gab mir der Kunde den Tip, Protokoll zu schreiben, um mich zu beschäftigen.

Für den Vortrag selbst gibt es kaum Normen, weder was die Qualität noch die Länge des Vortrags betrifft. Hey, meine Aufmerksamkeit ist nach 40min weg (Dauer einer US-Serienstunde). Und wenn ich mich schon angepasst verhalten muss, wäre ein spannender Vortrag doch wohl auch an der Reihe?

Da die Dinge aber sind, wie sie sind, graut es mir vor Meetings. Wo es geht, versuche ich nicht dran teilzunehmen. Außerdem beobachte ich bei mir mittlerweile, dass ich häufig zu spät bin. Das ist wenig professionell, zeugt aber nur von dem psychischen  Stress, den die Teilnahme an Meetings mir bereitet.

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