Mittwoch, 10. März 2010

"Überraschende" Gewinne bei der Bahn

Mein (Privat-)Handy hat dieser Tage einen Trip ins Ausland gemacht. Ohne mich. Ich musste bei der Anreise zu häufig den Zug wechseln (3x) und im Prozess habe ich es in einem internationalen ICE liegen lassen. Immerhin: Die Deutsche Bahn hat es gefunden. Ich fahre jetzt zum Hauptbahnhof, um es abzuholen.

An anderer Front kann man ebenfalls Neuigkeiten von der Bahn lesen. Sie habe trotz der Wirtschaftskrise 1,9 Mrd € im Geschäftsjahr 2009 verdient, berichtet der Focus. In der Überschrift klingt Überraschung mit.

Als Stammkunde der Deutschen Bahn kenne ich ihr Geschäft etwas. Mich überrascht daher der Gewinn in keiner Weise. Mit Ausnahme der teuer erkauften Logistiksparte sind die meisten Leistungen der Bahn a) vom Staat (hoch) subventioniert und b) geringen konjunkturellen Schwankungen unterworfen. Starke Wettbewerber gibt es (bisher) nicht und die Alternativen zur Bahn (Auto, Flugzeug) entwickeln ebenfalls keinen Preisdruck.

Das Paradegeschäftsfeld der Bahn ist übrigens der Nahverkehr. Im Nahverkehr subventioniert ein Bundesland Strecken. Ziel ist es, den Bürgern  ein Mindestmaß  öffentlicher Infrastruktur anzubieten, gerade in entlegenen Landesteilen, es bezahlbar zu halten und die Umwelt zu schonen.

Neben den sicheren Landeszahlungen sind auch die Einnahmen aus den Fahrkarten planbar. Die machen übrigens nur ein Drittel des Gesamtumsatzes im Nahverkehr aus. Das Fahrgastaufkommen unterliegt keinen großen Schwankungen und die Elastizität des Preises ist hoch. Wer auf den Zug angewiesen ist, um zur Arbeit zu kommen, muss damit leben, wenn die Ticketpreise um durchschnittlich 3,9% steigen.

Der Bahn ist die Sicherheit ihres Geschäfts durchaus bewusst.: Ein Kumpel von mir war eine Zeitlang im Controlling der DB: Die haben mit 5-Jahresplänen gearbeitet.

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