Direkt zum Hauptbereich

Iren und Griechen

Da will ich gerade schlafen gehen und stolpere über folgende Schlagzeile bei süddeutsche.de:
Da braut sich was zusammen
Von C. Gammelin und A. Oldag
Investoren lassen Irland auflaufen, die privaten Haushalte in dem Land sind stark verschuldet und viele Immobilien stehen leer: Die Angst vor griechischen Verhältnissen geht um.
Griechenland und Irland zu vergleichen finde ich mutig. Griechenland lebt über seine Verhältnisse, unterhält einen aufgeblähten Beamtenapparat, zahlt Renten an Tote und die Griechen strotzen nicht vor Lust, Steuern zu zahlen. Das sind primär politische Probleme, für die es politische Lösungen gibt: Steuern rauf, Misswirtschaft runter.

In Irland hingegen ist eine Immobilienblase sondergleichen geplatzt. Der Wohlstand, den die Bürger im eigenen Heim vermuteten, hat das Vorzeichen gewechselt. Der Bausektor liegt darnieder, immerhin für 20% der Wirtschaftsleistung verantwortlich. Die inländischen Finanzinstitute schlucken heftigst an den Boom-Krediten an ihre Landsleute. Und die ausländischen Banken am Standort haben schon bessere Tage am Ormond Quay erlebt... Ehrlich, ich wäre aktuell lieber griechischer Ministerpräsident als Taioseach, da weiß ich, was zu tun ist, und das Wetter ist auch netter.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Finanzblog des Jahres? Sicherlich.

Dieser Blog wird ab morgen für den Finanzblog des Jahres Finance Blog of the Year nominiert sein. Die Organisatoren von Smava, einer P2P-Bank, haben mir einen entsprechenden Kommentar an meinen SOA Post  angehängt . Wobei sie verwundert bemerkt haben, dass ich überhaupt keine Kontaktdaten auf der Seite habe... KURZER HINWEIS: Der Blog ist anonym, weil ich ungern beim Kunden oder von meinem Chef darauf angesprochen werden möchte. Ich verdiene kein Geld mit meinen zwölf Lesern am Tag und habe auch keine Werbung. Gehostet wird er in den USA (blogspot.com). Deswegen spare ich mir auch das Impressum. Damit wäre dann auch klar, dass ich nicht gewinnen will. ;)

Wette: Stephan Kohn passiert gar nichts

Stephan Kohn ist ein seit kurzem beurlaubter Beamter des Bundesinnenministeriums. Er hatte in einem internen Papier, die Corona Strategie der Regierung angezweifelt und hinterfragt. Seine Grundfrage war, ob die Maßnahmen, die wir gegen Corona ergreifen, nicht mehr Leben kosten als Corona selbst. Es braucht keine großen Modellannahmen, um zu diesem Schluss zu kommen. In den Medien wurde er schnurstracks in die rechte Ecke sortiert und als Verharmloser tituliert. Die direkte Reaktion des BMIs war, ihn freizustellen und mit rechtlichen Schritten zu drohen, d.h. der Entfernung aus dem Beamtenstatus. Und ich stelle mich jetzt mal hin und wette, Stephan Kohn passiert gar nichts. Meine Begründung ist ziemlich einfach. Gerichtsverfahren sind immer mit Risiko für beide Parteien versehen. Das Risiko für Stephan Kohn ist überschaubar, weil schon eingetreten. Das Risiko für das BMI und Herrn Seehofer hingegen ist so groß, dass ich überrascht wäre, wenn es überhaupt zu einer Ver...

Einkaufszentren und Karstadt

Gegenwärtig wird in allen Medien der Abgesang auf das Kaufhaus gesungen: " Die Karstadt -Idee hat sich überlebt ." Als Gegenmodell wird gemeinhin das Einkaufszentrum genannt, neudeutsch Mall . Die Verfügbarkeit von Parkplätzen und die gute PKW-Verkehrsanbindung seien klare Vorteile, die das Einkaufszentrum auf der grünen Wiese gegenüber dem Kaufhaus in der Innenstadt habe. Außerdem " macht es den Menschen mehr Spaß von Laden zu Laden als von Stand zu Stand zu gehen " und die Architektur sei aufwendiger. Ich wohne in einer mittelgroßen Stadt, wir haben ein klassisches Kaufhaus und eine belebte Innenstadt . Seit dem letzten Jahr gibt es am Stadtrand auch ein Einkaufszentrum. Das Einkaufszentrum verfügt über ausreichend Parkplätze, liegt verkehrsgünstig an einer Hauptausfallstraße der Stadt und an einem Regionalbahnhof. Direkt vor dem Eingang findet sich zusätzlich eine große Busstation. Die Architektur entspricht dem gängigen Mallentwurf . Es gibt drei offene Eta...