Dienstag, 21. Juli 2009

Grüße nach Schleswig-Holstein

Schleswig-Holstein, meerumschlungen
deutscher Sitte hohe Wacht
[...]

Wer die Zeilen nicht wiedererkennt: Das sind die ersten zwei Zeilen des Schleswig-Holstein Lieds. Hören kann man das Lied jeden Tag um Mitternacht auf RSH (Radio Schleswig-Holstein).

Wer die deutschen Sitten in Schleswig-Holstein nicht wiedererkennt: Das Lied ist mittlerweile 165 Jahre alt und dazwischen liegen vier Kriege und die Kapitalmarktabenteuer der HSH Nordbank.

Peter Harry Carstensen hat letzte Woche die von ihm geführte Große Koalition aufgekündigt. Er hatte sich über die kritischen Bemerkungen aus Koalitionsreihen echauffiert, die ihm unterstellten im Zusammenhang mit Millionenprämien bei der HSH gelogen zu haben. Stellt sich heraus: Er hat gelogen. Persönlich bevorzugt er es von Unwahrheit zu sprechen. Unwahrheit, schönes Beispiel für die mißbräuchliche Verwendung von Negation.

Es gibt einige Paranoiker wie den zurückgetrenenen Wirtschaftsminister Marnette, der dahinter einen taktischen Schritt von Carstensen wittert. Die HSH Zahlen würden auch dieses Jahr katastrophal ausfallen. Deswegen wolle Carstensen unbedingt vor der Bekanntgabe wählen lassen. Andere wittern dahinter ein wahltaktisches Manöver. Carstensen wolle von vom Charisma Angela Merkels profitieren, indem er gleichzeitig wählen lässt.

Ob die Schleswig-Holsteiner so gut beraten wären, Peter Harry wiederzuwählen, bezweifele ich. Er scheint mir klar überfordert mit den Problemen der HSH, die noch auf Jahre die Landesgeschicke bestimmen werden. Marnettes Interview nach seinem Rücktritt spricht Bände.

Was mich an der ganzen Geschichte am meisten stört, ist, dass die Dauer einer Legislaturperiode mittlerweile beliebig ist. Ich will die schlechten Neuigkeiten erst nach der Wahl verkünden? Ich will von der Popularität der Kanzlerin profitieren? Ich kann den Stegner und seine große Klappe nicht leiden? Ich wähle neu. Ich finde, so sollte es nicht sein.

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