Donnerstag, 6. August 2009

Die Rente und der Aktienboom

Wer dieser Tage die Finanznachrichten verfolgt, sieht die Börsen steigen und steigen. Wer aufmerksam mitließt, findet dort Kommentare wie diesen:
"Pension funds need yield so they are buying up stocks [...] ." [Pension Pulse]
Was steckt hinter dieser Aussage?

Ich hatte letzte Woche versucht zu zeigen, dass man mit 5% Rendite bei 2% Inflation nicht weit kommt. Selbst um eine Zusatzrente ab 67 zu erhalten, deren zukünftiger Wert 400€ heutigen Geldes entspricht, muss man große Sparanstrengungen unternehmen (s. Post Die 400€ Zusatzrente).

Das wissen auch professionelle Vermögensverwalter. Die Lösung: Aktien. Nur mit Aktien ist eine Lebensversicherung in der Lage, die allseits erwarteten Überschussbeteiligungen zu erwirtschaften.

Was in Deutschland die Überschussbeteiligung ist, sind in den USA underfunded pension funds. D.h., dass die Zusagen der Fonds (noch) nicht durch Vermögen gedeckt sind. Zu einem gewissen Anteil ist das normal (Zinseszinsmagie). Wenn aber Renditen weit jenseits der 5% vorausgesetzt werden, kommt man schnell auf dünnes Eis. Die Summen, die dort ungedeckt im Raum stehen, sind immens.

Sowohl deutsche Lebensversicherung als auch amerikanische Pensionsfonds müssen also über kurz oder lang wieder in Aktien investieren. Die Kurse steigen daher nicht, weil sich Fundamentaldaten geändert haben, sondern weil alle reingehen. Die steigenden Kurse wieder produzieren auf dem Papier die dringend benötigten Gewinne. Dank der fleißigen Riesterrentner, die jedes Jahr weitere Milliarden an die Börse pumpen, geht die Rallye weiter. Man kann das auch ein Schneeballsystem nennen.

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