Montag, 7. Juni 2010

Lage, Lage, Lage

Andernorts habe ich mich etwas über den deutschen Immobilienmarkt informiert; ein Thema, das mich momentan sehr interessiert und dem ich schon vor einem Jahr einen kleinen Post gewidmet habe.

Aus Angst vor der ominösen Inflation, die da kommen mag, wird vielen Anlegern geraten, in bleibende Werte zu investieren. Kauf dir eine Wohnung, die ist sicher. Jedenfalls in den guten Lagen. "Lage, Lage, Lage" rufen die Makler.

Die "guten" Lagen finden sich zuvorderst in den Ballungszentren, denen man trotz Bevölkerungsrückgang einen stabilen bzw. wachsenden Immobilienmarkt unterstellt, insbesondere Hamburg oder München. Dort ziehen die Preise fleißig an, so fleißig, dass ich mich frage, ob dort eine Blase im Entstehen ist. Dass ganz Hamburg oder München Toplage ist, daran mag ich nicht glauben

Unterfüttert wird die Nachfrage durch mehrere Faktoren.
  • Die Zinsen sind günstig, so dass hohe Preise für Käufer "darstellbar" sind.
  • Die Käufer verspüren Zeitdruck, das Geld noch vor der großen Inflation zur Seite zu schaffen.
  • Die Marketingmaschine ist in vollem Gange.
Als Privatanleger sechsstellige Beträge unter Zeitdruck auszugeben, ist ein riskantes Spiel. Im Zweifelsfall wird man nie wieder eine ähnlich hohe Ausgabe wie eine Immobilie vornehmen. Das will reiflich überlegt sein. Man sollte nicht vergessen: Ruhiger Schlaf ist auch ein wertvolles Gut.

Handelt es sich also um eine Blase? Einige professionelle Berater jedenfalls raten ihren Kunden, ihre Immobilien zu verkaufen. Die Preise seien zu hoch, das wäre jetzt ein gutes Geschäft. Man koenne dann in der Zukunft wieder einsteigen; sobald die Preise gefallen seien.

Mir selbst fehlt der Einblick in die Materie. Ich weiss nur zwei Dinge:
  1. Die Wahrscheinlichkeit der Existenz einer Blase verhaelt sich antiproportional zur Vehemenz mit der "serioese" Vermoegensberater auf die Werthaltigkeit ihrer Immobilie hinweisen.
  2. Als Kleinanleger ist man meistens zu spaet bei der Spekulationsparty dabei; statt toller Gewinne haelt man den Schwarzen Peter in der Hand.

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